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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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massig willfahren zu sollen, die mit Hintansetzung so vieler Rücksichtenund auf Gefahr ihr eigenes Vermögen und ihre persönliche Sicherheit da-bei gefährdet zu sehen, jenen Theil des Staatsvermögens gerettet hatten.

Dieselbe hat sich daher bemüht, über den Ursprung, die Zusammen-setzung und die bisherige Verwaltung dieser Fonds die erforderlichen No-tizen zu sammeln, um Euer Hohen Gnaden einen getreuen möglichst voll-ständigen Rapport erstatten zu können. Die gesammelten Berichte gründensich auf die der Commission auf ihr Ansuchen mündlich erstatteten, mitauthentischen Aktenstücken belegten Relationen MsHH. Oberamtsmannvon Jenner, von Pruntrut, und des damals unter seinen Befehlen gestan-denen Hg. H. Rathsherrn Zeerleder, zu deren Ergänzung und Bekräfti-gung der Bericht derjenigen Standesglieder eingeholt worden ist, welchevermöge ihrer beim Ausbruche der Revolution bekleideten Stellen undihrer Anwesenheit bei eint oder anderm Vorfall, so gut als es nach sovielen Jahren geschehen konnte, Auskunft zu ertheilen im Falle seinmochten. w

Nachdem auf diese Weise die Commission' in mehreren Sitzungenmit der grössten Sorgfalt den vorliegenden Gegenstand erörtert, überalle diesörtigen Zweifel und Einwürfe vollkommen befriedigende Auskunftsich verschafft und auch eine diesorts einschlagende Mm. H. Hauptmannvon Wattenwyl allié von Lentulus von einem allhier wohnhaften Parti-kularen eingegebene, zum Theil auf eine vor mehreren Jahren durcheinen Failliten von sich gestellte Aussage gestützte Schrift in Untersu-chung gezogen und den mündlichen Bericht Ms. HH. von Wattenwyl da-rüber angehört : so sieht sich die Commission dermalen im Stande, EuerHohen Gnaden ihren Bericht über das ihr obgelegene Pensum und die aufdenselben sich gründenden einmüthigen Anträge vorzulegen.

Als im Februar 1798 durch das Einrücken der Franzosen in dieWaadt, durch die Revolutionirung der Cantone Basel, Luzern und Schaff-hausen, durch die fruchtlosen Unterhandlungen in Peterlingen und Basel,die Gefahr für Bern von Tag zu Tag dringender wurde, ertheilte derGeheime Rath Mm. H. Oberamtsmann von Jenner, als damaligem Oberst-Kriegs-Commissär, den Befehl, soviel möglich an Proviant, Munition, Ge-schütz, eine bedeutende Summe Geldes und die ausländischen Schuldtitelin das Oberland in Sicherheit zu bringen.

Diesem Befehl zufolge wurde am 3. März 1798 durch Mn. Hg. H.Rathsherrn Zeerleder, als damaligem über das Oberland gesetzten Distrikts-Commissär, eine tlieils aus dem grossen Schatzgewölbe, theils aus demkleinen Gewölbe neben der Rathstube erhobene in einem eisernen Stockund achtzehn Fässern verpackte Summe Geldes, und die sämmtlichen