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mit einem Manometer verbanden, und fanden dieselbe während derStarre am grössten, vor derselben durchschnittlich etwas beträcht-licher als nachher. Die mitgetheilte Tabelle, in der uns besondersdie am Menschen gefundenen Werthe interessiren, ist folgende:
Nr.
Thier
Nach Rosenthal Druckhöhe beim Abfliessendes ersten Tropfens
vor
während
nach der Starre
Mm.
Mm.
Mm.
1
Kaninchen, männlich
—
—
26
2
80
100
50—20
3
* «
90
10
70
4
71
—
—
5
= =
50
—
—
6
= weiblich
40
48
—
7
Hund, männlich
—
150
24
8
60
100
84—35
9
—
—
61
10
Mensch, männl. 20 J.
—
—
80
11
Kind, neugeboren
—
60
21
12
Kaninchen, männlich
—
60
—
v. Wittich untersuchte hierauf die Frage von einer anderenSeite. Er prüfte namentlich die Ansichten Haller’s und Kohl-rausch’s, welche den Verschluss durch die Lagerung der Flüssig-keit allein zu erklären suchten, und fand ein entkräftigendes Mo-ment darin, dass die todte Blase sich auch nicht entleert, wenndieselbe sammt den umliegenden Theilen, Ureteren und Prostata,herausgeschnitten wird. Durchschnitt aber der Autor sowohl bei derherausgeschnittenen, wie bei der im Becken befindlichen Blase dieProstata, oder präparirte er dieselbe von der Harnröhre weg, so stürzteder Urin sofort heraus. Seine Schlusssätze lauten daher:
1. Das Haupthinderniss für den Urinabfluss liegt in der anato-mischen Anordnung der Pars prostatica.
2. Die Lagerung der Blase im Beckenraum mag vielleicht unter-stützend wirken, ist aber nicht erforderlich. Er betont ferner, dasser nach Eröffnung der Blase vom Scheitel her die Schleimhautfaltenaneinandergelegt sah, so dass sie auf diese Weise die Blase ver-schlossen.
Sauer versuchte zuerst über die Ursache der bedeutend höherenWerthe von Rosenthal und v. Wittich gegenüber denjenigen vonHeidenhain und Colberg ins Klare zu kommen, indem er dieExperimente an Kaninchen und Hunden wiederholte. Er fand sie be-dingt durch die Undurchgängigkeit des Ureters aus folgenden Gründen: