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stens einige Millimeter unterhalb des unwillkürlichen. Die Harn-röhre wird dabei in ihrem Anfangstheil wahrscheinlich abgeschlossendurch den Sphincter externus und diejenigen Fasern des Levator ani,welche man beschrieben hat als Levator prostatae (Santor.), Com-pressor prost. (Albin.), M. prostaticus (Winslow). Er bewirkt auchdie Hebung der Prostata. 1 )
Man wird uns einwenden, dass, wenn der willkürliche und derunwillkürliche Verschluss der Harnblase sich an ein und derselbenStelle mache, unsere Gypsabgüsse nicht mehr den Schluss gestatten,dass der Schluss jener Schleimhautwülste am Ostium durch denSphincter ves. internus und nicht viel mehr durch den Sphincter ex-ternus gestützt werde. Allein die Verhältnisse sind eben anders imLeben, wie im Tod. Der Sphincter externus ist bei Leichen, wodie Todtenstarre noch nicht begonnen oder schon autgehört hat, einschlaffer Ring, der niemals jenen festen Verschluss bedingen könnte.Ferner widerstrebt es uns, einen quergestreiften Muskel, dessen Con-traction beim Anhalten des Urins mit einer für uns sehr deutlichen,ja fast unangenehmen Anstrengung verbunden ist, zu beinahe constan-ter Thätigkeit zu verdammen, während uns gewöhnlich das Schliessender Blase bei Abwesenheit von Drang keine Mühe kostet. Wir kön-nen daher den Sphincter vesicae externus auch für den Blasenver-schluss, so lange kein Drang besteht, während des Lebens nicht inAnspruch nehmen.
Durch jene Contraction beim Anhalten des Urinstrahls wirdsämmtlicher in der Harnröhre befindlicher Urin herausgeschleudert,allein noch ist die in Contraction befindliche Blase nicht zur Ruhegekommen und das Thor noch nicht durch den glatten Sphinktergeschlossen. Wir fühlen noch einige Secunden starken Harndrangund haben Mühe, den Urin zurückzuhalten. Erst nach und nach be-ruhigt sich das Gefühl und der elastische Verschluss etablirt sichwieder. Der Beweis, dass wir während dieser ganzen Zeit, vomMoment der Unterbrechung an bis zu dem, wo der Drang verschwin-det, den Bulbocavernosus und die sämmtlichen Urethral- und Damm-muskeln zur Abschliessung der Urethra verwenden, liegt darin, dasswir dieselbe während dieses Intervalls in tonischer Contraction er-halten, und dass jeder Versuch, dieselben zu erschlaffen, sich sofortdurch neues Ausfliessen des Urins rächt. Hat sich der elastischeVerschluss retablirt, so können wir die quergestreiften Muskeln un-gestraft ausruhen lassen.