Von den Gnostikern überhaupt. 219
sehen das Wort als einen Nahmen an, der verschied-ncn Parlheien mit gleichem Recht zukomme. So sa-get Irenäus, der Simon der Zauberer, der Menan-der und die Nikolaiten sind Gnostiker. Epiphaniusdseec-s. XXXI. p. >6z. Valentinus und die Gnostiker,die vor ihm gelebet, nennen sich Gnostiker; und kse-res. XXVII- p. 102. gibt er dem Saturnino: wie Hie-ronymuscstsl. sceiptor. 21. dem Basilidi; pl)i-lasrrius Kse> es. XXXIII. p. 71. den Nikolaiten diesenN bmen Aus dergleichen Zeugnissen lasset sich nun soviel s dlicße:', daß eine Uebereinstimmung in gewissen Lehr-. sazen den Grund enthalte, warum diese Partheien Gno-stiker heissen; allein, was dieses vor Lehrsaze sind, läs-set sich . ohne weitere Bcstimmungsgründe nicht alleindaraus nicht herleiten; sondern es entstehet auch auseigner Pergleichung aller Religionspartheien, welchedie alten vor gnostisch ausgegeben, eine neue Schwie-rigkeit, indem sich, bey unparteiischer Prüfung ihrer ver-schiednen Reliqionsbegriffe zwar in verschiedncn Stä-ken eine Aehnlichkcit begreifen und angeben lasset; inandern aber nicht weniger erheblichen eine Ungleichheitfindet, die sie alle in eine Klasse zu sezen, verbietet. Soist nichts wahrscheinlicher; als daß, wie schon gewie-sen worden, weder Simon; noch Ntenander Stifterchristlicher partheien gewesen, da hingegen dieses vonLcrinkho, Nkarcione, Valentins unleugbar ist, unddoch werden diese alle Gnostiker genennet.
§ II.
Bey diesen Umständen ist es nun begreiflich,daß die neueren sich über die Gnostiker nicht ver-gleichen können. Und da ist die erste Hauptfra-ge, worüber gestritten wird, diese: ob in denältern Zeiten eine besondere Parthei christlicherKezer m der Welt gewesen, welche den Nahmender Gnostiker so eigentümlich geführet, wie et-wa» andere kezerische Partheien durch die Nah-men der Manichäer, der Arianer der, Palagi-
aner,