Band 
Zweiter Theil.
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Rezerei

irret. Es ist in ihren Augen die ehemals so ge-wöhnliche Vergleichung des Nesrorü mit demPaul von Samosata völlig gegründet und derleztere dachte von den beyden Naturen Christi,aber von ihrer Vereinigung schlecht.

Anm. Es sind schon oben solche Schriften der älterenKirchenlehrer bemerket worden, in denen Vergleichun-gen zwischen dem Nestorio und Paul von Samosataangestellet worden. Da diese doch zugeben, daß sichzwischen ihnen beyden auch ei» Unterschied finde, soka»man nicht sage», daß sie schlechterdings den samosate-nianischcn Lehrbegrif vdr nestorisch angesehen, welchesauch unter den neuern vom Jablonski wol zu merken.Man rechnet noch hiehcr Anastasium von Sinai do-<leF. csp. 20. und Suivani lexic. tom, III. p. 6i. derküstcrischen Ausgabe. Unter den neuern ist der oftge-dachte Herr Consistorialraht Feuerlein wol bey weite»der fleißigste und gelehrteste Vertheidiger dieser Mei-nung, und wir glaube», ein nüzlich Werk zu thun, wennwir aus dem §. XV. der äilp. kseres. ?. 8. p 44. denvon ihm gemachten Entwurf des samosatenianischcnLehrgebäudes mittheilen. Er ist dieser: i) Paul un-terscheidet den ewigen Sohn Gottes, den er Gott, dasWort, die Weisheit nennet, von Jesu Christo, demSohn Davids und Maria so, daß nach seiner Meinungnicht nur zwey Naturen; sondern auch zwey Personensind. 2) die Gebührt aus der Maria, das Leiden unddenTod legt er Christo, als einem uns zwar völliggleichen; aber doch deswegen vorzüglichern Menschenbey, weil er vom heiligen Geist empfangen und ohneSünde war, und die Weisheit in ihm in einem großemMaaß wohnte; als in allen Propheten: z) Christushat also das Erlösungswerk als ein bloser Mensch ver-richtet, da er durch Arbeit und Kampf die Sünde dererstem Eltern erftzte, und durch die Tugend mit Gottvereinigt war: 4) er giebt also eine Vereinigung zwi-schen der Wcishnt, dem ewigen Sohn Gottes und demvon der Maria gcbornen Jesu zu; sie bestand aber ineiner genauern Einwohnung der Weisheit, und in derUebereinstimmung der Neigungen und Handlungen, und

machte,