Von den Valesiern. i7z
nio. Nur fezet er diese Worte hinzu: man giebt ih-nen noch anvere kezerisckc und schändliche Lehrenschuld; (dieses saget auchEpiphaniusinder snacepk.und versichert, daß sie das Gesez und die Prophetenverworfen) aber was das vor welche sind, hat we-der Epiphanias gemeldet; noch ich sonst wo findenkönnen. Man tönte hieraus schließen, daß Augustl-nus sonst Nachrichten von ihnen gehabt; sie bleibenaber doch nur unsicher und sind alle aus einer Quellegestoßen. Aus beyden haben Johann von Damaskus<le kseres. cax. 58' p- 89 > und der Verfaßer des prsecie-ülnskus ca/,.z7. eben diese Erzehlungen wiederhohlet;es ist also wahr, daß wir nur einen Zeugen haben.
§. II.
Man hat grose Ursach zu'zweifeln, ob nichtdiese ganze Historie eine blose Fabel sey? Eshaben zwar neuere Schriftsteller nicht ermaygelt,von den Valesiern Epiphanii Nachricht zuwiederhohlen; allein, wenn man nicht ganz mirdem ungegründeten Vorurtheil eingenommen ist,daß der heilige Mann keine Lügen sich aufbin-den laßen können; so wird man gnug Ursach fin-den, diese ganze Erzehlung vor erdichtet zu hal-ten. Sie hat in der That gar keinen historischenGrund. Denn Epiphanias berufet sich blosauf das Hörensagen und überzeuget seine Leser,daß zu seiner Zeit es ungcwis gewesen. Esmangelt auch gänzlich an Umstanden, durch de-ren Verbindung eine solche Geschichte wahrschein-lich werden kan. Hingegen haben wir Gründe,welche die Errichtung einer solchen Parthei sehrunwahrscheinlich, oder vielmehr moralisch un-möglich machen. Wenn die Dalesier in derWelt gewesen, so sind es keine Kezer; sondern
Miße-