Band 
Vierter Theil.
Seite
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Streitigkeiten

heit, etwas wahrhaftig moralisch Gutes zu thun undgänzliches Unvermögen, diesem Uebel abzuhelfen, behau-ptete, der andere aber dieses alles leugnete: über diewahren Mittel, den Menschen in einen beßern Zustandzu sezrn und ihm das Vermögen tugendhaft zu handeln,zu verschaffen, welche der eine Theil in übernatürlicherVeränderung und Derbeßerung der Seelenkräfte, auchBeistand zu allen einzelnen Handlungen sezte, und alsoinnere Gnadenwirkungen lehrte, der andere aber alsunnöhlig leugnete und allein äussre Gnademvcrke Got-tes eingestand; über die Ursachen des Unterschieds, dersich zwischen den Menschen, die tugendhaft und nicht tu-gendhaft handeln, findet da dmn der eine solche in dem ei-genen rechten, oder unrechten Gebrauch, der wirklich vor-handnen Freiheit so wol Gutes als Böses zu thun, such-te, verändere aber durch Bestreitung und Aufhebung die-ser Freiheit Gutes zuthun., sich wenigstens den Verdachtzuzog, alles von einem unbedingten Rathschlus und uu-wiedersezlicher Wirkung Gottes in die Seelen des einen,und von Unterlaßung derselben in den Seelen des an-dern Theils der Menschen herzuleiten und eine Nohtwen-digkeit zu fündigen. anzunehmen, u d. g. Alle diese un-leugbar wichtige Fragen wurde» nun zwischen den Pela-gianern und ihren Gegnern mit Heftigkeit behandelt,aber eben diese Heftigkeit und zum Theil andere bekanteund unbekante Ursachen waren Schuld, daß auf beidenTheilen nicht allein Dunkelheiten und Zweideutigkeitenim Ausdruk; sondern auch gewis gnug ebenfals auf bei-den Theilen, durch Uebertreibung des Widerspruchs,Unrichtigkeiten der Lehrsaze selbst entstanden. Dieses istdie erste Quelle der Verschiedenheit der Urtheile von die-sen Streitigkeiten in den neuern Zeiten. Es ist unleug-bar, daß. wenn gleich pelagius und seine Anhängervor Kezer zu wiederholtenmalen erkläret worden, des-wegen noch nicht der ihnen entgegenstehende Lehrbegrifdes Aagastini, vor richtig und volkommen orthodoxüberal gehalten worden: wovon die Streitigkeiten mitden halben Pelagianern und vielleicht mit den Pcäde-stinatianern einen unwiederleglichen Beweis abgeben.Allein dieses dauerte nur eine Zeitlang. Der Nahme desAagustini hatte gar bald unter den Lehrern der christli-lichen Religion ein so grvses Ansehen erlanget, daß man

anfing