Band 
Vierter Theil.
Seite
523
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mir den eigentlichen pelagianern. 52z

anficng nicht allein den Saz, Pelagius ist ein Kezcr,vor eine angezweifelte Wahrheit zu halten; sondern auchdamit einen andern zu verbinden, Auzustini Lehrsäze,die er gegen die Pelagianer vorgetragen und vertheidi-get, sind nicht allein alle, ohne Ausnahme, sonder»auch allein orthodox und derjenige macht sich der pela-giam'schen Kezerci mit Recht verdächtig, der nicht sodenket, wie Augustinus. Dieses ist die zweite Quelleder Schwierigkeiten, mit denen diese Historie bcfchwch-rrt worden. Denn bei aller Einigkeit über AugustiniOrthodoxie, blieb doch die Verschiedenheit von den Vor-stellungen und Urtheilen über die Lehrsäze selbst. Mankan durch alle Jahrhunderte dieses erweise», daß es inder Kirche nie an Lehrern gefchlet, welche bald mehr,bald weniger dem Pelagio, oder den halben Pelagia-nern; oder auch dem Äugustino nahe gekommen. Eskamen Anstalten und Uebungen in der abendländischenKirche dazu, welche einen« nohkwendigen Einflus in denVertrag der Glaubenslehren selbst hatten. Man kontediejenige Wichtigkeit und Nuzbarkeit, welche diesen An-stalten und Uebungen, um sie zu empfehlen, oder zu ver-breiten, beigeleget werden musten, nicht wol behaupten,ohne solche Veränderungen in dem theoretischen und prak-tischen Theil der Religion nach und nach zu veranläßet»und zu vertheidigen, welche schlechterdings mit Augu>stini Sazcn nicht bestehen konten. Unterdeßen gienqendiese kemeswegcs in die Dergeßenheit: seine Schriftenblieben die vornehmsten Quellen der theologischen Gelehr-samkeit: das Vorurcheil des Ansehens, welches schonlang in der Kirche gehcrrschet, wurde durch die Scho-lastiker selbst ein Theil des Systems und sehr wenig,und vielleicht keiner hatte so oft die Ehre, daß seine Ge-danken und seine Worte unter die Beweisgründe wichti-ger Lehren gesezet worden, als Augustinus. Wir müs-sen noch eines hinzusezen. Die Fragen, welch« zu denpelagianischen Streitigkeiten gehöret, stehen zum Theilmit philosophischen Sazen in genauer Verbindung undsind zum Tkeil mit einer kleinen Veränderung der Aus-drille selbst Gegenstände philosophischer Untersuchungen,zum Theil aber haben sie den Schein, daß sie philoso-phischen Wahrheiten, Hypothesen, auch wol Erfahrun-gen wiedersprechen und demührigen den Geist, der auf

seine