Buch 
Cosmographei oder beschreibung aller länder, herrschafften, fürnemsten stetten, geschichte[n], gebreüchen, hantierungen etc. / zum offtere[n] mal trefflich seer durch Sebastianu[m] Munsteru[m] gebessert in weldtlichen vn[d] natürlichen historien, vn[d] ietzunder aber biß auff das tausent fünffhundert drei vn[d] fünfftzigst jar gemeret. Item auff ein neüws mit hübschen figuren vnd landtafle[n] geziert, sunderliche[n] aber werden darin co[n]trafehtet siben vn[d] viertzig stett, vnder welche[n] bei dreissig auß Teütscher nation nach jrer gelege[n]heit dar zu kommen, vnd vo[n] der stetten oberkeite[n] do hin sampt jren beschrebungen verordnet
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2 J c. 8 5

Votred Sebaſtiani Nunſter!u das buͤch der Cof mografhel oder 5

weldt beſchꝛeibung.

Je kunſt ſo man mie eim Griechiſchen woꝛt Coſmographiam nent/ das iſt be-ſchꝛeibung der welt/ oder Geographiam/ beſchꝛei-bung/ des ertrichs/ wie hoch vnd edel ſie all wegengeachtet ſey bey den erfarnen maͤnnern/ zeigen vnsalle hiſtoꝛien/ ia die hiſtoꝛien gründen ſich auch auffV diſe kunſt/ vnd on ſie mag niemand ein hiſtoꝛi oꝛdẽ-lichen beſchꝛeiben/ oder auch recht verſton/ wie danein weiſer vnd gelezter mañ ſpꝛicht/ Die Geogꝛaphiiſt ein erkantnuß des ertrichs/ dz wir toͤdtlichẽ außð gaben Gottes ynwonen/ woͤlche die kunſt liebha-ber richtig vnd fertig macht verſtõ die geſchehẽ5 ding/ ſo vns von alter zeit har in geſchꝛifften verlaſſen ſeind. Ja diſe kunſt eroͤffnet vns zum dickern mal die verboꝛgne heimlichkeitder heyligen geſchꝛifft vnd entbloͤßt die krafft den klůgen natur/ ſo do verboꝛ genligt in mancherlei dingen. Wie hetten die alten/ in auch die ſo vnſer zeit leben/alſo gluckhaffrige krieg moͤgen fuͤren in frembden vnd ferꝛen laͤndern/ do ſie et-wan über hohe herg/ et wan über tieffe waͤſſern 685 muͤſſenreyſſen/ auch etwanüber moͤꝛe ſchiffen/ ſie nit hettẽ gewüßt durch diſe kunſt gelogẽheit des ertrichsweyte vnd enge des moͤꝛes/ vnd eygenſchafft der laͤnder: Was meyneſt du habendie künig in Hiſpania koſten vnd ſchadẽ erlitten biß ſie dz vndtheil des ertrichshaben er faren/ vnd die ſchiffung von Hiſpania in Oꝛient durch den mittag erkũdiget!: Man achtet voꝛ zeiten die menſchen für hoch ver ſtendig vnd klůg/ die dou eit gewandlet vnnd an vil enden geweſen waren/ vil ſtett geſehen/ der menſchenſitten vnnd eygenſchafft/ gewonheit vnnd gebꝛeüchen er farn/ darzů mancherleithier/ baͤum vnd kreüter natur hetten gelernt er kent. Man ent bot inẽ großecer/ vnnd bꝛaucht ſie Rathen gemeines nutzes/ vnnd Richtern des volcks/ in wat achtals die ihenen die durcheygen erfarnuß wüßtẽ in aller hand ſachen zůfaͤllige ug bey dengeſcheffren gůten beſcheidt ſaͤligen rath geben. Dan diſe kůſt ſtreckt ſich nit dien die coallein über die laͤnder/ wonungen vnnd ſitten mancherleien voͤlcker/ ſunder be⸗ ſuograpbei.kümmert ſich auch mit andern dingen des ertr ichs vnd moͤꝛs/ als mit ſeltzamen

thieren/ baͤumen/ metallen andern nützen vnd onnützen dingen⸗ ſo auff dem

ertrich oder in dem moͤꝛe erfunden werden. vnſeren zeiten iſt es nit gar von noͤ

ten/ das du we it hin vnd haͤr auff der erden vmbher ſchweiffeſt/ zůbeſuhtigen

erfaren gelegenheit der laͤndern/ ſtett/ waͤſſer/ bergen vnd thaͤler/ item ſittengebreüch/ geſaͤtzt/ vnd regiment der menſ⸗ chen/ eygenſchafft vnd natur del thier-

baͤum vnd kꝛeüter. Du magſt diſe ding ietzund in bůchern finden/ darauß mer

lernen vnd erkennen von diſem oder ihenem lãd/ dan et wan ein ander/ der gleich

darin jar vnd tag iſt geweſen. Hie fin deſt du wie man vnſern zeiten alſo ſchein-barliche vnd burgerliche vnder ein andern in den ge meynden lebt/ weder den

alren vnnd erſten zeiten/ do die menſchen auff der erden geſchlecht/ einfaͤltig⸗ ja

grob vnndrwh lebten. Sie hetten kein verzeichnete müntz im bꝛauch/ do was

kein gewerb noch kauff handel/ ſunder ſie gabẽ war vmb war/ ver goltẽ ein gůt

4 iij that mit

4g Seo.graphiiſt.

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