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Des Freyherrn von Hofmann ... Abhandlung über die Eisenhütten
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Die Kbklerey in ganzen Stämmen lasse ich in ihren Werth, selbstm't Leuten, wo sie im Gang ist, gemachte Proben, haben mich nicht vonihrem Vortheil überzeugen können.

Die Köhierey im Winter ist, aus bekannten Ursachen, nicht Vortheil-haft, und sollte überall, wenn nicht besondere Umstände vorfallen, abge-schält werden. ,

Augustus, Churfürst in Sachsen, sagt in seiner i;6o eigenhändig un-terschriebenen Hammer-Ordnung:Die Hammer.Meister sollen sich auch,ein jeder von Mitfasten an, bis Martini, in solcher Zeit mit so viel Kvh-len gefast machen, daß sie fort und fort, durch das ganze Jahr, dasSchmiede-Handwerk treiben können."

Reisig-Kohlen und Stängel-Kvhlen, ausgeschnädelten Holz, haben vor-treflichen Nutzen, bey einer gut eingerichteten Forstökonomie, gebracht, undich muß mich wundern, wenn ich Gegenden antreffe, wo man hiervonnichte weiß.

Eine gut eingerichtete Kvhierey erfordert, daß die Einrichtung so getrof-fen wird, damit die Fuhrleute Kohlen bey den Werkern beständig anfahrenkönnen, dahero müssen allezeit einige Meiler im Einrichten, andere im Decken,andere im Feuer, und noch andere im Ausstößen begriffen seyn; alsdennkönnen alle Tage Kohlen gefahren werden, nur Eonnabendö muß mandie Fuhren abstellen, weil ionst die Kohlmesser nicht fertig werden, undwenn den Sonntag, oder wohl gar an einem noch darauffolgenden Festtag,Regen einfällt, leiden die Kohlen Schaden. Dahero ist es gut, wennman bedeckte Schuppen mit gemauerten Pfeilern hat, worunter die Koh-len auskühlen; auch ist überhaupt nöthig, an den Tagen, wo nicht ge-arbeitet wird, einen Wächter zu halten, der alle Hütten durchgehet.

Die eigentlichen Kohlschuppen müssen weder zu nahe, noch zu weitvon den Hütten stehen; das erste ist nöthig, wegen der Feuersgefahr,das andere wegen der Zeit und Kosten; Die Hammerschmiede behauptenzwar immer, ihre Funken aus der Esse zündeten nicht, es ist aber nichtdarauf zu- trauen.

Ihre Größe und Anzahl, wenn es recht ist, muß im Verhältniß ei-nes anderthalbjährigen Bedarfs seyn, denn alte Kohlen haben jederzeit denVorzug, und jemehr Kohlschuppen angebracht sind, je besser ist es; WasÜber den einjährigen Bedarf ist, kommt in den Vorrathsfchuppen.

Jedes Hüttenwerk sollte von Rechtswegen wie eine Fabrik betrach-tet werden; man muß also genau überschlagen, wie theuer das Product

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