Buch 
Des Freyherrn von Hofmann ... Abhandlung über die Eisenhütten
Entstehung
Seite
19
JPEG-Download
 

. Mi

19

Hütte ir leute.

< 7 >as mehreste, was man bey diesem Abschnitt sagen kann, kommt b<-reits in dem folgenden Capitul und bey der weiter unten ange-führten Hütten-Polizey vor; indessen, da der ganze schwunghafte Be-trieb der Hütten lediglich auf die Arbeiter mit beruhet, so wird jederHammerherr sich ohnehin bemühen, gute Arbeiter zu erhalten, und siezur Arbeit selbst fleißig anhalten, auch dahin sehen, daß ihre Arbeitgut ausfalle.

Der erste Gegenstand ist also, daß der Hammerherr nicht nöthighabe, seinen Arbeitern in die Hände zu sehen, sondern, daß er, wiefein Stammvater Thubalkain, ein Meister in allerley Erzt und Eisen-werk sey, und also das Metier verstehe; der zweyte, daß er bey Tagund Nacht seine Hütten fleißig visttire, damit theiis die Hüttenarbeiternicht schlafen, und Eisen und Kohlen vergebens verbrennen lassen, oderbeym Hohofen leere Gichten treiben, theils Eisen verparlhieren; hier-nächst muß er sich nie zu gemein mit seinen Leuten machen, auch nichtgerne, aus verschiedenen bekannten Gründen, die Hüttenleute allzulangeJahre auf den Weckern beybehalten.

Es ist wahr, es ist ein saures Metier, aber es ist auch, wie diefolgenden Abschnitte zeigen, gegen andere Handarbeit, vorzüglich einträg-lich, nur aber zu bedauern, daß mehrentheiis die Hüttenarbeiter zufpahren nicht gelernt haben.

Die Arbeit der Hüttenarbeiter ist ganz mechanisch, und ihreHülfvmekhoden gründen sich auf die Erfahrung ähnlicher Fälle; würdenihnen die bestimmten Ursachen deutlicher angegeben, so würden sie da-durch in dem Stand gesezt, selbst über alles genauer nachzudenken, undnicht die Schuld auf Gegenstände zu werfen, die an und für sich viel-malen unschuldig sind.

Bey dem Hohofen sind gemeiniglich der Meister, der den Hoh-ofen zustellt, formt und alle 8 14 Tage, auch wohl noch sparsamer,nach dem Hohofen siehet; r Hohvfenarbeiter, die vor dem Ofen ar-beiten, die Schlacke abnehmen, abstechen und zumachen, von welchemjeder ir Stunden in Arbeit stehet; und» Aufgeber, die in nehmlicherAbwechselung auf der Gicht arbeiten, die Kohlen aus dem Kohlschuppenanfahren und Eisenstein und Kohlen auf den Ofen aufsehen; Hier ist espathsam, daß diese Arbeiter sich nicht, wie an vielen Orten gewöhnlich, des

C 2 Abends,