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Des Freyherrn von Hofmann ... Abhandlung über die Eisenhütten
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20
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Abends, sondern um'Mittagszri't, abwechseln, denn wo ersteres ist, pflegensie den Tag über andere Arbeit zu verrichten, und wenn sie des NachtSmunter seyn sollen, überrascht sie dev Schlaf. Die Aufgeber, die sich beydem Aufgeben lediglich nach dem Gichtmaaß zu richten, und den Stein nochmehr hinten nach der Forme zu zu setzen haben, sollten an eine eisernePlatte bey jedesmaligen Aufgeben mit einem Hammer so viel Schläge mitvoller Faust thun, als die wievielste Gicht aufgegeben wird, damit man auchentfernt von ihrer Arbeit unterrichtet ist, und an der Gichtlafel müssen siebey jedesmaligen Aufgeben mit Kreide bemerken, wie viel Schwingen harte,weiche und Stückkohlen, die sie in der Schuppe mit einem Rechen jedesmalrein auszuziehen haben, auch wieviel Kästgen Eisenstein aufgegeben wor-den, welches Aufschreiben von jedem Tag bis zum Ende der Woche stehenbleibt, damit man sich stets von dem Gang des Ofens unterrichten könne.

Der Steinpvcher hat annoch einen Gehülfen, der ihm den Stein zu-lauft, und dieser, wenn er 14 Tage eher, als der Ofen angehet, zu po-chen anfängt, ist im Stande, jederzeit den Hohofen zu bestreiken, und ar-beitet nur am Tage; Für jeden gepochten Stein ist ein besonderes Fach,und des Steinpochers Haupt-Augenmerk muß seyn, daß er weder den Steingar zu klein, oder gar zu groß lasse, die Größe einer welschen Nuß ist diebeste, und weit größere Steine müssen sogar die Aufgeber auswerfen. Zndas Sretnpochhauß gehört eine Tafel, an welcher das Auflaufen der Gichtbemerkt und angezeigt ist, wieviel Karren zu jeder Sorte zum Auflaufengenommen worden, damit man, nach Gutbesinden, Sorten weglassen, ver-mindern oder vermehren könne.

Der Schlackenpocher kann Tag und Nacht gehen, dahero 1 Mannnöthig sind, und ihre Hauptforge muß seyn» das Eisen rein auszuwascben, dennsehr oft betrügen sie dadurch, daß sie bey dem Abwägen obenauf rein ge-waschenes, unten aber unrein und sandigtes Eisen in Kasten haben, undsolches obenein recht anfeuchten; Dieses macht, daß es hernach fast ganzvom Rost verzehrt wird.

Hier gedenke ich, daß man am besten thut, das Waschelsen denSilberhükten oder andern, so wie es erzeugt wird, zu verkaufen, denn eswieder auf den Hohofen aufzusehen, ist nicht allzeit rathsam, Ofen und Ge-stelle wird, wie ich oefunden, stark davon angefressen, die Hammerschmiedekönnen es auch nicht recht brauchen, und verderben ihr Feuer durch solches;Waffenhämmer, die bloß altes Eisen verschmelzen, können es eher ver-arbeiten.

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