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Des Freyherrn von Hofmann ... Abhandlung über die Eisenhütten
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ein Sscietäts-Tonkskt anfgerichtet, und da Gramer aus esnem'vol,len Beutel gut bisponiren konnte, so beschloß er mit seinem Wirtheinem gewissen Grafen von Kaysersmark einen solchen Contra«, bei»weichem lezterer, wenn er nicht auch hintergange» worden, vielesgewinnen können. Ohne den Bau, den er dirigiren wollte, abzuwar-ten, lag Gramer dem Grafen und mir ohne Unterlaß in dem Ohren,der Kayserin ein universellesSckimelzverbesserungS-Project zu überge.be«. DieSache, da gramer in solchen Fäklen sehrfreygebig war und vondem in Mliionensich belaufenden Gewinst gleich Halsten und Drittel vor«aus weggab, wurde bald demKayserl. Gesandten vorgestellt, der sie nachWien beförderte, und Gramer als ein in Wien bekannter grosserMetallurgwurde eingeladen aufKosten der Kayserin dahin zu kommen, und von dortenaus, die Untersuchung des Ungarischen Schmelzwesens fürzunehmen, wo-bey ihm die Halste des durch seiner Einleillmg gemachten Erspahruugs-oder Meliorations Mur auf u. Jahr und täglich 5. Ducaten Diäten »ebstfreyem Fortkommen zugesichert ward. Hier kam Gramer in einer Lage, woer sich ganz als Metallurg zeigen konnte; sein unruhiges Temperament,eine unüberlegte Wahl seiner Reisegefthrden, selbst die Uneinigkeiten, diesich unter ihnen selbst entspannen, waren aber Schuld, baß auch diese Aus-sicht zu Wasser ward. Gramer machte in Wien den besten Operations-Plan, der ein Muster fürstellen konnte, mit der. dortigen Hoftammer inl^onerarÜL er Monranislici*, IU1Ö lernte dabey einsehen, daß ein GrafGollow-rad, Graf Stampfer und Hr^von Delius auch Männer waren, die das Me-tier verstanden. Hätte er diesen Plan, wie ich ihn so oft vermahnt hatte,püncllich befolgt, so würde er gewiß Ehre eingelegt haben, und die Käyse,ein, der diese Gommiffion Gulden kostete, würde wahren Nutzen, wo-von er immer participirt hatte, gehabt haben; so aber di'strahirte sich dieseralte Mann seiner Gewohnheit nach beständig , er kam z.E. an dem Ort,wohin er wollte, sahe die Sachen ein, und hier war seine Schwäche, daßer augenblicklich mit seinem Urtheil herausgieng, sobald man ihm nur con-tradicirte, diß benutzten seine Feinde und Neider, und da, wo er die wich-tigsten Verbesserungen machen konnte, gieng er darüber hinaus, machte kei-ne sonderlichen Umstände, hieß das mehreste gut, und dachte, wenn er heutan einem Ort war, schon morgen^an hundert andere Otte. Natürlich sa-hen die Tvmmissarien seine Schwache ein, und so durchliefen sie die Schmelz-Manipulation in Ungarn in wenigen Monaten, da so viel Jahre dazu er»forderlich gewesen wären, um den Plan gründlich auszuführen. Gramer,