* 2 Cap 4 vili« Von Ladung der Kammer-Stücke.
Zügen nicht so vieles Schlepwercks von nöthen hat. -Es muß aber zu Kammer - Stü-cken ein gutes Pulver gebraucht werden / wann sie rechten Effect thun sollen.
Einwurff Man wird hier einwerffen / daß / wann man solte die Kammer-Stück mitbessern Pulver laden als die gleichweiten/es nur Lonfusion in Feld-Treffenwird beant- machen würde. Ich sage aber: die Haubitzen erfodern ebenfals wegenwortet. kleinen Kammern und Schwere der Granaten / so sie treiben müssen/
eilt besser Pulver als die Stücke: man lässet aber solche dieser Ursache halben nichtauß den Felde / weilen ihr Nutzen nicht genung zubeschreiben; sondern man verstehet- solche mit ihrer nöthigen Zubehörung.
Und warum solle man nicht etliche oder doch wenigst Tausent fertige Patronenzu solchen Stücken mit führen und vor anfahender Action bey der Hand behalten tönen?Lavetftynd Die Lavet-Kasten sind nicht deßhalben erdacht worden/der Büchsen-derBüchsen Meister ihre Töpff und andern Plunder darinnen mit zuführen; sondernMeister soviel hinein gehet/mit Kugeln / Patronen und einen ledernen Säckel
dern mn?"^ünd-Pulver anzufüllen.
Skück-Ku- Wann wir uns alles unmüglich/oderdoch wenigstens schwermachen/gelnmit zu- wessen wir noch nicht gewöhnet/oder practicirt haben/ bleiben wir biß anEs scheinet jüngsten Tag bey der alten Leyer. Wann unsere Vorfahren auch also ge-nur be- than / so müsten wir uns der Catapultas Arietes und dergleichen unbeqvemeschwerlich. Machinen noch anstat der Stück und Mörsel bedienen.
Aber der Fleiß in Nachsuchen und Probiren hat dieses Zeug ganß zu nichte ge-macht / daß man ihre Spur selten/ als etwa in Büchern/findet: muß derohalben nicht ialles gleich verworffen werden/so da Anfanges schwer scheinet.
Was ich vorgehends in zweiten Capitel von leichten Feld-Stücken und derer Ge-brauch gemeldet / muß auch von diesen Kammer-Stücken verstanden werden; Weildiese nicht weniger / als jenes obgleich mtt einer kleinen Qvantität Pulver) an allenbenörhigten Oertern verrichten.
Cap. VIII.
Von Ladung der Kammer-Stücke.
^mer-Stück^< ^ Kammer-Stück haben bey den meisten ihren Valor / wie schon ge-schwer zu meldet / verlohren / weil sie langsam auch Übel zuladen/ und in hitzigen
Gefechte mehr hinderlich als beförderlich sind.
Dieses ist gar zuwahr/wann nemlich das Laden solcher Kammer-StückmitderLadschauffel geschicht/welches ich selber vor eine lautere Sudlerey und langsames un-geschicktes Wesen halte.
Dann obgeich die Ladschauffel zu einer abgesetzten Kammer / sie sey gleich weit /oder hinden zugespitzt / £ weit (enger lässet sichs nicht wohl thun / sonst bringt man dasPulver wiederum herauß/ )und noch einmahl so lang als die Äammer;Wird man dochsolche ohne Vcrschüttung nicht füllen können. Wolke man aber die Schauffeln nachLänge der Kammer rroportiomren / wie es etliche Autores lehren / wäre es gar Thor-heit/und müste man entweder auff zweymahl das Pulver einführen/oder die Kam-mer wanns mit den Laden nochwohl abläufst / mehr als ein drittel leer lassen. Wolleman aber diesen Mangel mit einer Ladschauffel / so einen Schieber hat ersetzen / würdeman zwey mahl so viel Zeit als sonsten darzu anwenden müssen.
Man hat diesem ungewissen und langsamen Laden helffen wollen mktSenckungder Stücke/durch Außziehung der Küssen Nagels / also daß man das Pulver-Maßanstat der Ladschauffel brauchen können. In kurtzen und sehr leichten Stücken gehet
kS