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CLP. XXXV. Ob ein Stück mit zweyerley Pulver geladen/scharfter schl'esse? 85
Iudicmm Weil nun die Seiten - Schüsse mit keinen Qvadrantcn oder andern
Äüssei?" Instrumenten noch auch durch ein beständiges Mittel und Auffsatz so leichtvorkommen. sich verbessern lassen; so ist am nöthigsten ein gutes Judicium / und daß manscharffüver das Metall richten lerne. Das Stück hange darnach auff eine Seite wiees wolle / es liege in der Lavetten auff einer Seiten ticff oder hoch / und die Schild-Zapf-fcn stehen auch nicht just / so trifft doch die eusere Rundung des Stücks mit der Seeleoder Lauff über ein / und hindert an guten Schüssen sehr wenig.
Cap. XXXV.
01)ein Stück mitzweyerleyPulver/als halb starckmund
halt)schwachen geladen/ scharffer schieffe als mit einerley?
M^CH wolte diese kahle und einfältige Frage gewißlich nicht auffdie Bahn gebrachtMk haben / wann mich nicht unlängst einer/der in der Artilleri- Wissenschafft nicht^^der letzte seyn will / darzu genungsamenlAnlaß gegeben / und seine Opinionmitandern 2 lutoribus wider mich behaupten wollen.
M-res hat- Wahr ist es / daß die meisten Autores in diesen fast übereinstimmen/Äschlecht und sagen/man könne mit halb guten und halb schlcchtenPulver weite» schies-Pulverfchüssesen als mit einerley / guten. Ihre Ration ist diese,weiter. Wann das schwache auff das gute geladen würde / so widerstrebet e<
starcken / also daß das Gute alle seine .Gewalt anlegen müsse / daherodie Kugel einen viel gewaltsameren Trieb bekomme; mehr will sich zu ihren .Behelffnichts finden.
Wiederle- Alles starcke Ultd gute Pulver hat diese Eigcnschafften / daß ses sich ge-
Anschlags schwind entzündet/ wenig irrdischc und unverbrennliche Mareriazurück last/auch mit einen grössern reinern und lauteren Thon fort gehet / welches anffdem Pappier und andern Pulver-Proben im Geschütze / Lust-und Ernst - Feuer - Wer-ckcu genungsam bekant.
Das schwache Pulver wird gemacht von schlechten Salpetcr/vielen Kohlen undSchwefel/derer beyden Stücke Gewicht offrmahls die Helffte des Salpeters über-trifft/dahero das Pulver schlechte Gewalt habe/auch sich nicht so bald entzünden kan;
Welches man im Winter auff dem Schnee oder auff einen ausgebreiteten Tuchesehenkan / daß eingantzer Wustirrdischer/ saltzigcr/von Kohlen geschwächte Körner/übrig vor dem Stücke liegen bleiben / welches etliche Pulver zu seyn vermeynen.
Wann nun ein gutes Pulver völliger und geschwinder in dem Stücke sich cnt-zündtt / und zu lauter Feuer und Dunst wird / so kan es ja die Kugel auch desto heffn-> ger und weiter treiben; dann je schneller und geschwinder die Bewegung geschicht / jeleichter/ schneller und weiter paßiret die Klrgel fort.
Im Gegentheil kan solches von schlcchtenPulver nimmermehr gedacht/aeschwei-ge dann erhalten und behauptet werden/weil die vielen Kohlen und Schwefel in Pul-ver nichttreiben/ sondern sie schwachen/ (wann die Proportion eines rechten Pulver-Satzes überschritten wird) des Salpeters feurige und rrcibendeEigenschafir/ und ver-hindern / daß die Äugelnichr so gewaltig kan getrieben werden.
Dahero ist es falsch/ mit halb guten und halb schwachen Pulver einen so kraffti-gen Schuß thun/als mit lauter guten/wann man auch ihrer kraffrigen Schlüsse nochhundert darzu einladete. Wann man ja mitrweyerley Pulver schiessen muß / so ist esum besten / man mische solches/ um gleichen Schuß zu halten / unter einander/und lassediese lächerliche Curiosität / welche einer von den andern ansgeschrieben/fahren.
». Theil. Y