%6 Cap. XXXVI. Von Gell,und Bogen,Schuß.
Cap. XXXVI.
Warum ein Gellschuß/weiter als ein Bogenschuß gehe?
Weiteste
Schütze.
£ Je weitesten Schüße aus einen Stücke sind die jenigen/welche ein Bo-rgen nach den 45. Grad des Lvadranten gerichtet werden; wie bißherovon allen geglaubet worden/von welchen ich anderwekts etwas anders
und bcssers erwiesen.
Kugel in Alle Kugeln/dke in die Weite geschossen werden / nehmen ehe sie ihren
L"BewcJlugvollendLn/dreyerleyBewegung und Gange an/als den gewaltsame/ver-gung an sich mischten und natürlicken/wie droben schon gemeldet,als Gewa .. Die Gellschüsse entstehen erstlich / wann ein Stück von der Höhe in dieSwnv Niedere abgeschossen wird/die Kugel aber gleichwohl im Horizont nicht ein-rürlichk. dringet.
^ Zum andern/wann mit einen in gleicher Linie oder wenig in Bogen ge-
^ x ,' richteten Stücke naw. einen Ziel geschossen wird/und selbiges nicht trifft/daßalso die Kugel weiter gehen und Auffgellen kan.
Hoch m Bo- Alle Kugeln/welche hoch in Bogen geschossen werden / verlieren beydes
fmeEeln den gewaltsamen und vermischten Trieb/so sie von Pulver empfangen / und»erliehrnpie nehmen den Natürlichen völlig an/in welchen sie ihr Centrum suchcn/und ch-,.und2.Er- sonderlichen Effect in Beden einschlagen; Dahero solche hohe Bogen-Mechten "Schüße unter einen Troup am welligsten Schaden thun/uud selten mehr alsSchaden, einen Mann plesstrcu.
Ein Gell ^ Warum aber ein Gell-Sctmß weider gehe/als ein anderer so ausden 45.Sfmibec und höchstenGrad geschossen/ist dieUrsach, daß die Kugel/obschon solche schwerals eingera- nicht inHorizont eindringen kan/weil sie durch dieempfangeneGewalt vonder. . .^Pulver leicht gemacht/und so lange fort passiven muß / biß sie ihren letztenBewritz vom Grad der empfangenen Gewalt vollendet hat.
Wasser. Dieses erweiset sich auffdemWasser/obschonseinGegenhalt wieder et-was Schweres sehr schlecht; Dennoch siehet man/daß es einen Stcin/welcher auffderuselben Flech hingeworffen nicht eher zu seiner Ruhe und auff den Grund kommen last/biß alle Gewalt/die ihm der menschliche Arm gegeben/fort und dahin ist/welches auch aneinenPfeil/von Bogen geschossen auff den Wasser und Land wahr zunehmen.
Em von ^ Der höchste Bogen Schuß aber/ob ergleich auch nicht eher seinen Gangwalt vrrlassr-ddllenden kan/biß so lange ihm die von Pulver empfangene Gewalt verläsi/neKugel wie bey den Gell: Schuß; so gehet er doch nicht so weit/dann so bald das Ge-
in n ' ,c ^ öec Kugel grösser wird/als der Rest der empfangenenGewalt von Pul-scharffen ver/mahetsolckeS den Flug der Kugel auffeinmahl den garausnnd sinckttznWinckel den Boden. Daß aber eine solche Kugel nicht in scharffen Winckel bricht und
j^^herunter fält ist die Ursache die starcke Lufft und Wind welcher in der Höhemehr wehet als in der Niedererdann der Wind/oder Lufft hemmet die Kugel/je höher sie flicget/gewaltig/und schwächet sie; hergegen ein Schuß in der Niedere paßi-ret viel leichter durch die nahe der Erden sich befindende stille Lufft/und wird weniger vonderselben auff gehalten obgleich sie etwas dicker als in der Höhe ist.
Stück-Kugel Dahero siehet man/was eine grosse Stück-Kugel / wann solche hoch ge-gescho^"schvssen wird/vor ein Rauschen verursachet/und wie viel sie Gewalt anlegenrauschet, muß die starcke Lufft und Wind zu zertreuncu/welches gegen der Erden nichteinmahl gespüret wird.
Eben dieses mein vorgebrachtes löset die Frage auf/ob die Stücke/welche hochstehen / weit schiessen/als die in der Niedere stehen/wann nur ein wenig ein rechter Unter-
schied gemacht wird?
Qp.
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