Cap. LV, Von probiermig des Pulvers.
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Wann ein verdorben Pulver in wenigen und schlecht gereinigten Salpeter vielenKohlen und Schweflet bestehet/gedencke man nur an keine andere und bessere Verbesiserung / als daß man dasPulver in Säcken auskoche/den Salpeter läutere und zu neu-en Pulver präparire.
Befindet sich aber bey einen verdorbenen Pulver viel Salpeter und wenig Kohlen/kan man es folgender Gestalt verbcssern/und mit guten Materien versetzen/auffi.Pfundverdorben Pulver 16. Loth Salpeter / 2. Loth Schwefle! ^Loth Kohlen / an statt desschlechten Wassers zum anfeuchten in Stampff/nimt man ein anderes/in welchenKnoblauch oder Knobel wohlgesotten und durch geseiget / welches den faulen Kohlen inetwas zu statten komt.
Zusatz von Daß aber etliche nur allein den verdorbenen Pulver mit zusetzen des
^mÄrdor! Salpeters helffen wollen / ist umsonst/Weilen die Kohlen todt/und eine lang-dcncPulveristsame Entzündung machen.
üm sonst. Woferne die Zeit nicht zulast / solch Pulver um zuarbeiten u. man des-
sen gleichwohl benöthiget/muß es voryero wol getrucknet und durch einHaar-Sieb aus-gesteubet/hernach mit andern Pulver vermiscbet werden/um gleiche Schuß zu behalten /Unterschied- oder aber man lasset etwas Pulver von nachgesetzter composition machen:tiche Arten Guter Salpeteri.Pfund/Schweffel 4 Loth/Kohlen 6. Loth /^rienicumttn Pulver in', qvintel / mit den stärksten Wein-Eßig in welchen etwas Äampffersolvi-rtwas zu ret/in währenden Stampffen angerichtet/nach Belieben grob oder klein oderhelffnr. einander gekörnet u. wol in einer Dörr-Gtube getrucknet: Von diesenPulverallezeit zu hundert Pfund verdorbenen 20. Pfund zugesetzet/und unter einan-der gemischet/gibt ein gewaltig reissendes Pulver /so alleiningrosse und kleine Grana-ten in Minen und Spreng-Werck keines Weges aber/ weder zu grossen noch kleinen Ge-schütz soll gebraucht werden.
Will man aber um solch verdorben Pulver / zuverstarcken anffobige Manier nichtprocediren/so nehme man aufl 1. Pfund verdorben Pulver / obgemeldten Arsenicum/Kampsser und Wein-Eßig / und laße es 6. biß 8. Stunden in Srampff arbeiten / kör-nen und dörren.
Von diesen Pulver werden auff ioo. Pfund verdorbenes zugesetzet /ist eben-falls/ obschon nicht wie vorgehendes in alles Spreng-Werck gut.
Stück wer- Übrigens wann man mit verdorbenen faulen Pulver aus Stücken vielverderbÄ föfeflw muß/ hat man sich nichts gewissers zuversehen/als daß die StückPulvcrrumi-bald ruittirer/und dieZünd-LöcherausgebrenneL werden / je schneller das
rer. Pulver / je weniger grciflt es an / sondern gehet seinen natürlichen Gang vorsich/(wohl zu verstehen / wenn es in rechter Qvamitat geladen wird) ein Faules a-ber grciffet um sich und will nicht fort / dieses kan man am besten empfiuden/wann manein gut Pulver auff der Hand anzündet/wird man kaum den Brand empfinden / einfaules und schlechtes aber fühlet man desto besser / ein rascher Brand / greiftet weder dasPappier in einer Raggeten noch in einen höltzernen Röhren viel an / ein fauler Satz a-ber brennet desto ticffer / welches ich deßhalben gemelder/um mit den verdorbenen Pul-ver behutfinnumzugchen. '' ■
Cap* LV* '-4-. ru ■ ^
Von Probierung des Pulvers / was von dessen Polierung
zu halten / und wÄcheS die besten Pulver-Proben ?
Um Beschluß dieser Abhandlungvon Pulver / will ich nur wenig was, ^Min vorhergehenden Capiteln nicht füglich hatckvnneri.eingebrachtD»s Probi- werden / Meldung thun / das probiren des Pulvers geschicht auffun-
Cc 2 terschied-