io2 Cap. LIV, Von verdorbenen pulver/wie solchen zu helssen -
brauchen nicht mehr leeren Raum/als daß sich das Pulver in umweltzen bewege und mi-schen könne.
Wie dasPul- In einer belagerten Vestung/ kan das Pulver aus solchen Faßlein tnu
qen'iiiObacht^Eder in lederne Stück / oder oben mit leder beschlagenen Faßlein / oder jazu nehmen / in gemeine Pulver-Tonnen zu beqvemer Ladung ausgeschüttet/die Faßleinaber wiederum zu fernern Gebrauch verwahret werden.
Woher das ^ Letztens komt das Verderben des Pulvers von faulen liederlichenZeug-
dme Pulver warter / welche sich in Zeug - Häuser eins aussen / einbetteln / einliegen undentstehe? triezen/ nicht daß sieihrerPkincipalen Intresse zu beobachten in Willensseyn / sondern ihre Beqvemiigkeit und faule Tage zu haben / es muß sich aber ein solcherzu Gemüth führen lassen/daß das aus Faulheit vernachlaßigte verdorbene Pulver vorsich selber nicht allein viel gekostet/sondern es zerreist die kosibahren Stück / thut weni-gen Effect / vermindert und verhindert des Commendanten Gegenwehr / und bringtmanchen vornehmen Platz zum höchsten Schaden der Inwohner und einer gantzenPro-vintz zur Übergabe/ja was mehr ist / so verrückt der Verlust eines guten Platzes desPrincipalen Concept / daß er gantz andere/ und offtmahls nachtheilige Messuren zuneh-men gezwungen wird.
Dae Pulver gut zu behalten/brauchet nicht mehr/als solches vor Feuchtigkeitzu bewahren / und offt im Jahr wohl waltzen / einmahl aus-Sonnen nach erheischenderNothdurfft mit den Haar-Sieb den Staub darvon lepariren/ die Fässer wohl aus-trocknen und das Pulver aus einem in das andere Faß umschütten lassen / bey Lieferungaber dessen von Pulvermacher / soll ein Zcugwarth wohl auffschaueu / daß das Pulvervon guter Arbeitan sich selbsten hart/ohn einen eintzigen Zusatz gekörnet und gedörmsey / sonsten schiesset der Salpeter bald an / das Pulver wird knollend / die Kohlen wer-den tumm / und kan man keinen andern als ihm / der es nicht besser verstanden/dieSchuldzumessen.
Cap, LIV.
Ob und wie dem verdorbenen Pulver zu helssen/ und was
bey Umarbeitung dessen zu beobachten ?
Dmverdor- demverdorbenenPulvek/hates eine Bewandniß/als mit einer
v« ist gar WM ^letzten Iungftau/ dann man arbeite solches hundertmahl um/wenig zuhelft*^^'und setze zu von Salpeter / Schweffel und Kohlen waSman will/ten. so lange die verfaulten tummen Kohlen darbcy bleiben / komt es zu seinenvorig gehabten Kräfftenund Guthe nicht wiederum/ dann obschon der angeschosseneSalpeter durch das Stampffen wiederum zertheilet/der Schwaffel aber wegen seinerFette von der Feüchtigkeit nicht verderbet wird uud gut bleibet/die Kohlen auch beydeContraritaten in Körnern wiederum zusammen halten / so manqiren sie doch beyderAusstoß und Zertrennung derselben /indeme sie nicht allein das Feuer nicht mehr soBegierig annehmen / noch durch ihre corrumpirete Schweiß-Löcher geschwind genugpaßiren lassen.
Man kan solches nicht allein an den Effect des Pulvers selbsten sehen / sondernman nehme Kohlen oderZunder so naß gewesen undwieder getrucknet/ ob sie das Ferr-er,Mehl inPulver so geschwind annehmen / oder so von frisch und rasch als vorhero fort-brennen.
-orb^Pul' Das verdorbene Pulver kan mit allen gewöhnlichen Proben bald durch
ver zu erken-'das Feuer erkant werden / indem es seinen Effect sehr schlecht sich erweiset /nen ist ? man kan es aber auch geschwind erkennen/wann es gläntzet und der S aipetckangeschossen auch sich gleich zermalmen lässet.
Wann