i74 Cap. XXXIII. warum die Granatirer offt selbst gesprenget werden?
Auch /wann dieser Msckinen viel/eine ziemliche l^mea versetzen / und vor denFlancken sicher stehend / mit gutem Nachdruck ckarZiren.
Man kan bey diesen l^scKinen einen Vorrath von Hand-Granaten in etlichenwohlgedecktenLavetten-Kasten mit führen/damit man nicht Ursach habe/ in wahren-der besten Action imtett&u halten / und andere von weitem wiederum zu hohlen.
Granakirec ^ Dann »Igemein geschiehet es / daß die Granaten (weilen iedwcder ü-u hatten.^ " ber zehen Sckck nicht hat/) gleich verworffen werden / da sie denn die grösteGelegenheit haben/aus der Action zu gehen; Ja es sind etliche Mäuse-Köpffe / die die Granaten bey der Nacht in einen Winckel schmeißen / damit sie um an-dere gehen / und fein langsam wieder kommen können.
Dann obgleich des Nachts die Osticicer Luxen-Angen machten/ und gleich denHü-Lern Israel weder schlaffen noch schlummern / werden doch viel U nwillige oder Verzagtesich unsichtbar machen / oder sich von weitem etwas zuthun schaffen; Dieses aber wirdverhindert / wann/wie gemeldt / die Granaten im Vorrath bey der Hand sind.
Auff dieses muß man auch Obacht halten/daß die Granatirer in wahrender A-ction beysammen bleiben; dann sie haben die Art an sich/ daß / wann einer geschossenwird/geschwind 4 -oder mehr Gesunde solchen wegtragen /damit sie mir Ehren aus derGefahr kommen; so aber nicht gelitten werden soll.
Dann ist die Plessur nicht zum Tod / so ist noch Zeit genug; Dann wegen seinerCchmertzen muß man die Action nicht an Leuten entblössen ; muß er aber ohne dißsterben / kau es auffoec Wahlstatt so wohl als im Lager geschehen / weilen ein Soldat >in seinem Gewißen verpflichtet / ehe er anlauffet / oder der Gefahr vor die Nase tritt/ sei>ne Sachen so wohl beyGOtt / als auffder Welt richtig zu machen / damit er nicht mit-ten im Gefechte Ursach habe / zurück zu gedencken / noch daß ihn sein Gewissen/ oder derTrüffel / vcrunruhigcn noch verzagt machen könne.
Cap. XXXIII.
Warum die Granatirer offtmahls selbst von ihren eige-
nen Granattngesprengcl werden?
^sN diesem gemeinen Unheil und milerablen Stümnelung der Menschen/ sind8^1 theils die Fcuerwercker/ so die Granaten verfertigen; die Zeugwart/so sie in Be-tastungen auffhalten / die Granatirer/so sie werffen / und die Ungeschickligkeit desOber-Feuerweccks-Meisters Ursach.
DemOber-Feuerwercks-Meister gebühret / einen rechten truckenen wohl-gear-beitetenBrand-Röhren-Satz oder Zeug zugeben: Die Brand-Röhren von dem be-sten iruckaesten Hoitz im Vorrath drehen zu lassen: solche / so viel möglich/vor dcrFcuch-tigkeitbewahren: und das l'empo lieber zu lang/ als zu kurtz geben.
Die Feuerwercker/wann siedie Brand-Röhren nicht fest verschlagen / noch imEinleimen oder Kütten Fleiß brauchen / utifc die Brand-Röhren zersprengen.
Der Zeugwart / oder dergleichen Commendant/ so da in Vorrach viel Hand-Eka-naten / solche ins Feld zuführen / verfertigen last: dadann der Brand sich ändert undeindocket / vorn Holß sich abeiofct / daß/so bald man zündet/ der Schlag zugleich ge-schiehet.
Die Granatirer/ wann sie dieGranaten lange herum schleppen / aus einem Win-ckel in den andern schrmissen / den Brand treffer bohren / und zu sehr austräumen. Waäsie die Granat in der Sonnen liegen lassen; wann sie nach Lehre etlicher Narren/nach-dem die Granat gezündet/ solche etliche mahl um den Kopffdrehen / und endlich / wennsie in währender Action sich verlieren / die Granaten zünden / und auffdcn Feind schau-end/die Granat in ber Hand vergessen/welches ich mit meinen Augen gesehen. Die-