Cap. XXXVH. Von perartev/dever LffeLk «nd Manieren.
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Diese Manier / wann sie recht in das Exercitium gebracht wird / ist sie] fthx nütz-lich/ und können die Hand-Granaten sicher und geschwind geworffen werden.
Lap. xxxvii.
Von Petarten / betet Effect und unterschiedlichen
Manieren.
Die Petarten^^ Je Petarten haben in den alten Kriegen mehr / als bey dieser unsererren Kriegen O^'Zeir/ gegolten: sonderlich haben sie ihren EKeÄ an solchen Vestun-mehr gegol- gen erwiesen / allwo man leicht an die Thor kommen kan. Bey die-f ert un s ci ’ tt Seiten aber / da man die Thore / und Zugänge zu denselbigen/ flei-ßiger verwahret / hat ihr Gebrauch und Ruhm ein Ende genommen.
Die Pctartier - Charge / ob gleich solche bey etlichen Fürsten noch besetzet blei-bet / geschiehet es nur dessenthalben / etwa einen wohl-rneririrten alten Bedienten dar-mit zuergötzen / oder jemanden andern / biß zu besserer Promotion, de interim solchezu verleihen.
Pctartier- Die Petartier-Lhargc ist ruhig / ohne Gefahr / und das Blut/ so da-
MohneÄ^ey vergossen wird / lasset sich in einem weiten Spreu-Sieb auffsangen.
fahr. " Die Proportion der Petarten betreffend/findet man derer in Bü-Provortion chem mancherley.' Jedoch / wann etwas daran gelegen Ware / tönte man
unterschied-"vielverwekffen.
lich. Die jcntgen Petarten / so an ein Thor angehängt werden sollen/ müssen
im Mund viel weiter/ als im Boden seyn / damit das Pulver sich weit ausbreiten / unddas Thor desto mehrers/ auch in weiterm Umfang/ umgreissen könne.
Die gleich weiten und engen Petarten/wann ihre Matrill-Breter nicht sehrdick/und mit Eisen wohl verwahret/machen selten ein grosses Loch / weilen das Pulver sichnicht ausbreitet / sondern also gewaltig durchdringet.
Thor -Petar- Je grösser und stärcker die Matrill-Breter find/ie krafftiger würcket die
ren- Art. Petart / und macht eine grössere Oeffnung.
Dessen Fül- Die Petarten werden mit dem allerstarckesten Scheiben-Pulver gefül-lung. i |««/ fedoch daß die Pulver-Körner gantz bleiben können; wo man
will / kan etwas getödtetesQvccksilber darzwischen mit geladen werden.
Will man aber ein sonderlich starckes Pulver darzu machen / nimmt man im Som-mer die gelben Blumen von Wolgraut oder Königskertzen/und etwas Kampffer / iemehrte besser/giessetdarauff einen puren Brandewein / solstarck/alsman ihn habenkan / und ziehet solches im Sand noch einmahl abe/ so wird ein stärcker und feuriger 5pj.rnu8 daraus/welcher zum Anfeuchten des Pulvers in währender Arbeit / an statt desWassers gebraucht soll werden.
Der Satz zum Pulver seldsten / ist auff r.pf. wohl geläuterten Salpeter/6. LothKohlen und 4. Loth Schwefel /1. Loth Zinnober oder Mercurium sublimatum.
In währender Arbeit ist nicht gut / viel das Maul auffzusperren/sonsten flieheneinem ein Haussen Ungelegenheiten in Leib.
Die Brand-Röhre in einer Petart sott von Mcßingoder Kupffer seyn / daß mansie fest in die Mitte des Bodens ein-und ausschrauben kan. Sic soll aber nicht eher ge-schlagen werden / als biß man die Petarte brauchen will.
Der Brand-Röhren-Satz ist 4. Loth Mehl-Pulver/2. Loth Salpeter /1. LothSchwefel / welcher also trrrekeir und fest soll eingeschlagen werden / damit er! beständig sey.
Der Spiegel oben auss die Petart kan von Bley / von Holtz oder von Pappe seyn /ist nichts daran gelegen; dann er muß mit Kütt von 1. pf. Pech / ein halb pf. Wachs/ein halb pf. Hartz / und ein viertel pf. Terpentin / übergössen werden / damit keine Feuch-tigkeit eindringen könne.
IV. Theil. V y Da-
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