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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
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177
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Cap. XXXVH. Von perartev/dever LffeLk «nd Manieren.

'77

Diese Manier / wann sie recht in das Exercitium gebracht wird / ist sie] fthx nütz-lich/ und können die Hand-Granaten sicher und geschwind geworffen werden.

Lap. xxxvii.

Von Petarten / betet Effect und unterschiedlichen

Manieren.

Die Petarten^^ Je Petarten haben in den alten Kriegen mehr / als bey dieser unsererren Kriegen O^'Zeir/ gegolten: sonderlich haben sie ihren EKeÄ an solchen Vestun-mehr gegol- gen erwiesen / allwo man leicht an die Thor kommen kan. Bey die-f ert un s ci tt Seiten aber / da man die Thore / und Zugänge zu denselbigen/ flei-ßiger verwahret / hat ihr Gebrauch und Ruhm ein Ende genommen.

Die Pctartier - Charge / ob gleich solche bey etlichen Fürsten noch besetzet blei-bet / geschiehet es nur dessenthalben / etwa einen wohl-rneririrten alten Bedienten dar-mit zuergötzen / oder jemanden andern / biß zu besserer Promotion, de interim solchezu verleihen.

Pctartier- Die Petartier-Lhargc ist ruhig / ohne Gefahr / und das Blut/ so da-

MohneÄ^ey vergossen wird / lasset sich in einem weiten Spreu-Sieb auffsangen.

fahr. " Die Proportion der Petarten betreffend/findet man derer in-Provortion chem mancherley.' Jedoch / wann etwas daran gelegen Ware / tönte man

unterschied-"vielverwekffen.

lich. Die jcntgen Petarten / so an ein Thor angehängt werden sollen/ müssen

im Mund viel weiter/ als im Boden seyn / damit das Pulver sich weit ausbreiten / unddas Thor desto mehrers/ auch in weiterm Umfang/ umgreissen könne.

Die gleich weiten und engen Petarten/wann ihre Matrill-Breter nicht sehrdick/und mit Eisen wohl verwahret/machen selten ein grosses Loch / weilen das Pulver sichnicht ausbreitet / sondern also gewaltig durchdringet.

Thor -Petar- Je grösser und stärcker die Matrill-Breter find/ie krafftiger würcket die

ren- Art. Petart / und macht eine grössere Oeffnung.

Dessen Fül- Die Petarten werden mit dem allerstarckesten Scheiben-Pulver gefül-lung. i |««/ fedoch daß die Pulver-Körner gantz bleiben können; wo man

will / kan etwas getödtetesQvccksilber darzwischen mit geladen werden.

Will man aber ein sonderlich starckes Pulver darzu machen / nimmt man im Som-mer die gelben Blumen von Wolgraut oder Königskertzen/und etwas Kampffer / iemehrte besser/giessetdarauff einen puren Brandewein / solstarck/alsman ihn habenkan / und ziehet solches im Sand noch einmahl abe/ so wird ein stärcker und feuriger 5pj.rnu8 daraus/welcher zum Anfeuchten des Pulvers in währender Arbeit / an statt desWassers gebraucht soll werden.

Der Satz zum Pulver seldsten / ist auff r.pf. wohl geläuterten Salpeter/6. LothKohlen und 4. Loth Schwefel /1. Loth Zinnober oder Mercurium sublimatum.

In währender Arbeit ist nicht gut / viel das Maul auffzusperren/sonsten flieheneinem ein Haussen Ungelegenheiten in Leib.

Die Brand-Röhre in einer Petart sott von Mcßingoder Kupffer seyn / daß mansie fest in die Mitte des Bodens ein-und ausschrauben kan. Sic soll aber nicht eher ge-schlagen werden / als biß man die Petarte brauchen will.

Der Brand-Röhren-Satz ist 4. Loth Mehl-Pulver/2. Loth Salpeter /1. LothSchwefel / welcher also trrrekeir und fest soll eingeschlagen werden / damit er! beständig sey.

Der Spiegel oben auss die Petart kan von Bley / von Holtz oder von Pappe seyn /ist nichts daran gelegen; dann er muß mit Kütt von 1. pf. Pech / ein halb pf. Wachs/ein halb pf. Hartz / und ein viertel pf. Terpentin / übergössen werden / damit keine Feuch-tigkeit eindringen könne.

IV. Theil. V y Da-

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