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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Der Riementrieb.

Bei jedem Riementrieb spielt die Hauptrolle die Riemengeschwindigkeit, dieGröße der Riemenscheiben und der Abstand der beiden Riemenscheiben.

Über die Riemengeschwindigkeit gehen die Meinungen weit auseinander.Bisher nahm man als günstigste Geschwindigkeit 10 bis 15 m in der Sekundean. Pros. Radinger empfiehlt eine Riemengeschwindigkeit von 28 m, man istjedoch auch heute schon zu größeren Geschwindigkeiten übergegangen. Lueger ,Lexikon der gesamten Technik", empfiehlt für Hauptantriebe 20 bis 30 m, fürdie Antriebe einzelner Maschinen 10 in pro Sekunde. Gehrckens, Hamburg , sagt:Riemengeschwindigkeit von 50 in sekundlich ist nicht zu hoch. Über 30 in ver-wende man keine gußeisernen Scheiben, ungenügender Centrifugalkraft halber."Erfahrungsgemäß ziehen schnell laufende Riemen besser durch als langsam laufende.

Selbstverständlich wird ein Riemen über größere Scheiben besser laufenund länger halten, als wenn er über kleine Scheiben geführt wird. Der Durch-messer der Riemscheibe möge gleich der100 fachen Dicke des Riemens sein, wasnamentlich für Doppelriemen festzuhaltenist. Das Verhältnis der Scheiben zueinander sei nicht größer als 1:5.

Dieses sogenannte Übersetzungsver-hältnis finden wir auch hier, wie früher,aus den Scheibendurchmessern und Touren-zahlen, also aus

Kürzere Riemen ziehen erfahrungs-gemäß nicht so gut durch, als lange. DerAchsenabstand der beiden Riemscheibensei für schmale Riemen, Riemen unter100 nun Breite, etwa 5 m, für breitereRiemen etwa 10 w.

Man unterscheidet, je nach der gegen-seitigen Lage der Riemenscheibenachsen zu einander, offene, gekreuzte, ge-schränkte und Winkelriementriebe.

Am häufigsten werden die beiden Achsen parallel zu einander liegen, wiebei den Riementrieben Fig. 261 u. 262, in welchem Falle ein offener oder ge-kreuzter Riemen angewendet werden kann. Ein offener Riemen ist in Fig. 261angewendet. Dreht sich bei demselben die Scheibe ^ in der eingezeichneten Pfeil-richtung, so wird sich die Scheibe L ebenfalls in dieser Richtung drehen. Einoffener Riemen kommt also bei parallelen Achsen dann zur Anwendung, wenndie Drehrichtung der beiden Achsen dieselbe ist. Ist die Drehrichtung aber eineentgegengesetzte, so muß ein gekreuzter Riemen (Fig. 262) angewendet werden.Die Drehrichtungen sind in die Figur eingezeichnet. Der gekreuzte Riemen hatden Vorteil vor den offenen, daß, bei gleichem Scheibendurchmesser, das von ihmumspannte Stück des Kranzes größer ist, als beim offenen, andererseits reibensich aber auch wieder die übereinander weglaufenden Riementrümer gegenseitig,