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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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die Kolbenstange ausgeübt werden, zu groß ausfallen. Hier versteht man nundas Ende der Kolbenstange mit einem besonderen Gleitstück, dem Kreuzkopf oderQuerhaupt, das sich in besonderen festen Gleitbahnen führt, so daß die Kolben-stange aus ihrer Richtung nicht herausgedrängt werden kann. Die Gleitbahnensind verschieden geformt und haben entweder gerade, sattelförmige oder rundeForm. Das Gleitstück muß so eingerichtet sein, daß es die Kolbenstange undden einen Schubstangenkopf aufnehmen kann.

Wenn nun in Fig. 366 k die treibende Kraft des Kolbens, die sichdurch die Kolbenstange und Schubstange auf die Kurbel fortpflanzt, bedeutet, sowird bei der Drehung der Kurbel durch diese treibende Kraft und durch dieSchrägstellung der Schubstange auf die Gleitbahn ein Druck idi ausgeübt. DieserDruck ist nun bei Rechtsdrehung der Kurbel stets nach unten, bei Linksdrehungdagegen stets nach oben gerichtet. Teilt jetzt aber die Kurbel der Kolbenstangeihre Bewegung mit, so wird die Richtung von X gerade die entgegengesetzte.Man bezeichnet den Druck bl als den Bahndruck. Pros-Bach,Die Maschinen-Elemente", schreibt weiter:Daraus folgt, daß für eine bestimmte Drehnngs-richtung und für einen gesicherten Kraftausgangspunkt entweder nur die obereoder nur die untere Bahn erforderlich sein würde. In Wirklichkeit ist die letztereVorbedingung schon mit Rücksicht auf Zufälligkeiten nicht erfüllt, so daß immer

zwei Bahnen angeordnet werden müssen,von denen allerdings in der Regel vor-zugsweise nur die eine führend auftretenwird."

Der Natur der Sache nach und mitRücksicht darauf, daß sich das Schmier-material auf der unteren Bahn leichter er-halten läßt, als auf der oberen, konstruiertman gern so, daß der Hanptdruck nach unten gerichtet ist, ordnet also beispiels-weise, wenn nicht andere Gründe dagegen sprechen, rechtsgehende Dampfmaschinenan. Bei Pumpen und Gebläsemaschinen, bei denen die Pumpen- bezw. Gebläse-kolbenstange die Fortsetzung der Dampfkolbenstange bildet, wird das Schwungradwährend eines Teiles des Hubes treibend wirken. Solche Maschinen sind infolge-dessen trotz ihres Rechtsganges in der oberen Führung genügend kräftig zu bauen,auch ist Sorge zu tragen, daß die obere Bahnfläche gut geschmiert werden kann."

Zu dem Bahndruck N kommen natürlich noch die Gewichte von Kreuzkopf,Schubstange und Kolbenstange hinzu.

Zu diesen Geradführungen dieser Art gehören also zwei Teile, und zwardie Geradführung oder Gleitbahn selbst und das Gleitstück oder der Kreuzkopf,auch Querhaupt genannt. Man bezeichnet in der Praxis die Gleitbahn kurzwegals die Geradführung, trotzdem eigentlich der Kreuzkopf auch dazu gehört.

Die Geradführungen.

Die Geradführungen bilden für gewöhnlich mit dem sogenannten Rahmender Maschine ein Stück, seltener sind sie besonders an demselben angeschraubt.

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