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Wellen: „Wie schon aus der Form der gekröpften Wellen hervorgeht, ist dieHerstellung eines solchen Schmiedestückes aus dem Ganzen schwierig. Es mußan die Welle ein rechteckiger Klotz angeschmiedet werden, der etwa so groß ist,wie der äußere Umfang der gewünschten Kröpfung dies erfordert. Der Klotzwird ohne Aussparung an die Welle angeschmiedet, und erst nach Fertigstellungdes Schmiedestückes wird das überflüssige Material aus dem erwärmten Klotzherausgemeißelt oder kalt herausgesagt. Handelt es sich um Herstellung einermehrfach gekröpften Welle, so werden die Klötze zunächst in einer Ebene an dieWelle angeschmiedet, und nach Fertigstellung des Schmiedestückes werden diebeiden Wellenenden so weit gedreht, daß die Kurbeln unter dem gewünschtenWinkel zu einander stehen."
„Wegen der Schwierigkeiten, welche das Schmiedeverfahren bei Herstellunggekröpfter Wellen bereitet, macht man sie in neuerer Zeit auch aus Gußstahlund überschmiedet die gegossenen Stücke nachträglich."
„Beim Abdrehen der gekröpften Welle muß sie zweimal in verschiedenerWeise auf der Drehbank aufgespannt werden, das eine Mal, um nur die Welle,das zweite Mal, um den Kurbelzapfen abzudrehen. Für die Bearbeitung desKurbelzapfens muß naturgemäß dieser auf der Drehbank rundlaufen, und des-halb muß die Kurbelwelle selbst excentrisch eingespannt werden."
Zuweilen balanciert man auch die Kurbelkröpfungen wie die Kurbeln ausund versieht sie gegenüberliegend mit einem Gegengewicht.
III. Die Excenter.
Wir hatten oben schon eine Erklärung für die Excenter gegeben. DerKurbelradius ist hier so klein geworden, daß eine besondere Kurbel nicht mehrzur Ausbildung gelangen konnte, weil derKurbelzapfen mit in die Kurbelwelle fällt.
Die Excenter werden dieserhalb als ^runde Scheiben ausgebildet, die ent-sprechend dem Kurbelradius, hier Excen-tricität genannt, excentrisch ausgebohrtund mit dieser Bohrung auf der Kurbel-welle befestigt werden.
An die Excenter greifen als Schub-stangen die Excenterstangen an, die denExcenter ganz umgreifen- Diese Köpfe'?der Excenterstangen nennt man die Mg. 411 .
Excenterbügel.
Die meiste Anwendung finden die Excenter zur Hin- und Herbewegungder Steuerschieber von Dampfmaschinen; auch zum Antrieb kleinerer Speisepumpenwerden sie häufig benutzt.
Ein Excenter, wie er am häufigsten zur Ausführung kommt, ist in Fig. 414u. 415 dargestellt. Die Excenterscheibe oder der eigentliche Excenter L ist miteiner Nabe versehen, mit welcher er auf der Kurbelwelle aufgekeilt wird. An
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Flg. 415.