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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Die Berechnung gußeiserner Röhren.

Die Berechnung der Röhren wird sich hauptsächlich auf die Wandstärke er-strecken. Diese hängt von vielerlei praktischen Einflüssen ab, ebenso wie dieAngaben für die Berechnung der Wandstärke auch praktischen Erfahrungen ent-nommen sind. Für normale Röhren wird ein Arbeitsdruck von 10 Atmosphärenund ein Prüfungsdruck von 20 Atmosphären zu Grunde gelegt. Vor allemkommt es darauf an, ob die Röhren liegend oder stehend gegossen sind. Dieliegend gegossenen Röhren müssen wegen des weniger dichten Gusses eine größereWandstärke erhalten als die stehend gegossenen. Die Wandstärke wird weiterdavon beeinflußt, ob Bodensenkungen und dergl. eintreten können, wenn die-selben ins Erdreich verlegt sind; ferner bilden die Temperaturschwankungeneinen maßgebenden Faktor für die Wandstärke. Pros. Bach giebt folgendeFormeln für die Wandstärke ä an:

innerer

ä -l- 7 "E für stehen!

ä ^ -j- 9 min für liegend

-l- 7 nun für stehend gegossene Röhren,

Durchmesser

und bemerkt dazu, daß für Dampfleitungen von etwa 100 unn Rohrweite anaufwärts die berechneten Werte von ä um stg bis zu vergrößern sind.

Die Wandstärke der Röhren für höheren Druck als 10 Atmosphären wirdnach der Festigkeitsberechnung festgestellt.

Für die Anzahl der Verbindungsschrauben vom Durchmesser ä gilt dieRegel, daß dieselbe eine gerade sei und nicht unter 4 betrage. Die Anzahl er-giebt sich dann weiter dadurch, daß die Entfernung zweier Schrauben nicht über160 NUN betragen soll. Pros. Bach giebt folgende Werte für die Anzahl i derSchrauben:

fürv-^ 40 -125

150225

250-300

325-400425-500

550 600st50-700750-800!g00 1000 -um

i i 4

6

8

10 12

14 16 18 I 20 > 22 24

Der Durchmesser ä der Schrauben bestimmt sich natürlich nach dem Betriebs-druck. Der Durchmesser der Schraubenlöcher soll etwas größer sein als derSchraubendurchmesser. Der Schraubenlochkreisdurchmesser sei O -s- 4,5 ä, der

Z

Flanschendurchmesser O-s-7 ä, die Breite der Dichtungsleiste ^ ä und deren

Höhe 3 bis 6 mm. Die Stärke des runden Flausches kann 1,6 s (s Wand-stärke) betragen.

Der lichte Rohrdurchmeffer richtet sich selbstverständlich nach der Mengeder Flüssigkeit oder Gase, die in einer gewissen Zeit durch die Rohrleitung hin-durchströmen soll. Dabei spielt die Geschwindigkeit, mit der die Flüssigkeit hin-durchströmt, eine ganz wesentliche Rolle.

2. Die Röhren aus Schmiedeeisen.

Die Röhren aus Schmiedeeisen sind hauptsächlich als sogenannte Gasröhrenbekannt, sie finden aber auch viel Verwendung für Dampfheizungen und auch