230
immer mehr für alle Zwecke dort, wo bisher gußeiserne Röhren verwendetwurden. Die schmiedeeisernen Röhren werden natürlich für denselben Druckwesentlich leichter ausfallen, als gußeiserne Röhren, weil ihre Wandstärke wesent-lich geringer sein kann.
Die Röhren unterscheidet man nach ihrer Herstellungsart, und zwar ge-nietete, geschweißte, hart gelöthete und nahtfrei, durch Walzen hergestellte Röhren.
Die genieteten Röhren. Die genieteten Röhren sind aus einem zu einerRöhre gebogenen Blechstreifen hergestellt, dessen Längsenden zusammengenietetwerden. Hierbei wird vorwiegend die einreihige Überlappungsnietung verwendet,wie wir sie früher kennen gelernt haben. Die genieteten Röhren eignen sich nurfür kleinere Drücke und große Durchmesser, nicht unter 250 mm. Ihre haupt-sächlichste Verwendung finden sie als Windleitungen für Exhaustoren.
Die geschweißten Röhren finden die meiste Verwendung. Wir kennensie als Siede- und Gasröhren. Bei den Siederöhren werden die Blechstreifenüberlappt geschweißt, während die Schweißung der Gasröhren bei stumpf zu-sammengestoßenen Blechstreifen geschieht. Es ist klar, daß die überlappt ge-schweißten Röhren eine größere Festigkeit in der Schweißnaht als die stumpfgeschweißten haben. Breslauer, „Der Maschinenbau ", sagt weiter: „Zur
Fig. 418.
Schweißung werden die Röhren bis zur Weißglut erhitzt und durch Hämmernüber einen Dorn oder durch Walzen zusammengeschweißt."
„Bei den überlappt oder stumpf zusammengeschweißten Röhren, welche auseinem Blechstreifen hergestellt sind, dessen Fuge über die ganze Länge des Rohresparallel zur Rohrachse verläuft, wird die Schweißnaht stets zu sehen sein, undsie werden deshalb nach der Schweißung einer besonderen Behandlung unter-zogen, damit sie ein ganz glattes Aussehen erhalten. Man zieht die Röhren beidieser Nachbehandlung durch ein Zieheisen hindurch, wobei sie an ihrer Oberflächeein vollständig glattes Aussehen erhalten. Durch dieses Verfahren kann manauch Röhren von größerer Wandstärke allmählich strecken und sie dünnwandigermachen."
„Die Größe der Überlappung hängt vom Durchmesser des Rohres ab undbeträgt zwischen 2 und 25 mm."
Fig. 448 stellt ein stumpf zusammengeschweißtes Rohr oder Gasrohr dar.Die Gasröhren werden an ihren beiden Enden mit Gewinde versehen, um sie zueiner Leitung miteinander verbinden zu können. Zum Zwecke ihrer Verbindungwird auf dieses Gewinde eine auf ihrer ganzen Länge mit Gewinde verseheneMutter auf das Rohr ausgeschraubt, wie in Fig. 448 links. Die Muffe wirdbis zur Hälfte ihrer Länge auf das eine Rohr und in ihre übrig bleibendeHälfte wird das nächste Rohr eingeschraubt.
Natürlich muß noch behufs Abdichtung Dichtungsmaterial zwischen die beiden