Buch 
Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
Seite
289
JPEG-Download
 

289

Fig. sm.

daher leichter oder schwerer übertritt, wodurch die Bremswirkung vergrößert oderverkleinert wird.

Wie schon früher bemerkt, wirkt der Regulator entweder auf eine Drossel-klappe, auf ein Absperrventil oder direkt auf die Steuerung der Maschine ein.Da die Anordnung des Regulator - Stellzeuges,wenn derselbe auf eine Drosselklappe oder auf dieSteuerorgane der Maschine einwirkt, sich ganznach dem Aufbau der Maschine richtet, kann hiernicht näher auf diese eingegangen werden. Beiden Dampfmaschinen werden wir derartigen Ver-bindungen begegnen. Häufig läßt man aber auchdie Regulatoren auf Absperrventile einwirken. Indiesem Fall wird gewöhnlich der Regulator direktauf dem Gehäuse des Ventils aufgebaut, so daßderselbe mit dem Absperrventil ein Ganzes bildet.

Von den vielen verschiedenen Konstruktionen istin Fig. 542 der Regulator mit Absperrventil vonHerm. Härtung Nachf. in Düsseldorf wieder-gegeben. Der Regulator wirkt auf ein sogenanntesDrosselventil ein. Soll die Maschine arbeiten, sowird das Absperrventil V geöffnet. Der Dampf strömtdurch ^ in den Schieberkasten der Maschine. DerRegulator wird von der Maschine, wie üblich, angetrieben und bethätigt danndurch das Stellzeug das Drosselventil. Der Dampf tritt in 6 ein, strömtdurch das in zwei Teile geteilte Drosselventil v, durch das Ab-sperrventil V und durch ^ in den Schieberkasten. Nimmt die Ge-schwindigkeit der Maschine zu, so wird das Drosselventil mehr ge-schlossen, so daß weniger Dampf hindurchströmen kann, umgekehrtwird es mehr geöffnet, wenn die Geschwindigkeit der Maschinenachläßt. Zum Anhalten der Maschine wird das AbsperrventilV einfach geschlossen. Diese Regulatoren werden mit dem Flansch^ direkt auf einem Stutzen des Schieberkastens ausgeschraubt.

Justierung des Regulators. Ein jeder Regulator mußerst den bestehenden Verhältnissen der Kraftmaschine im Betriebeangepaßt werden, er muß justiert werden. Über die Justierung desRegulators schreibt Breslauer,Der Maschinenbau II"):DerUnempfindlichkeitsgrad eines Regulators kann von vornherein mitSicherheit nicht bestimmt werden, da er von Widerständen abhängigist, die vor der Aufstellung des Regulators unbekannt sind. Erwird sich deshalb bei Inbetriebsetzung der Maschine in der Regelals zu groß oder zu klein herausstellen. Er ist nämlich zu groß, wenn dieMaschine von ihrer normalen Geschwindigkeit zu sehr abweichen muß, ehe der

') Breslauer,Der Maschinenbau ", II. Band, im gleichen Verlage erschienen, be-handelt ausführlich die Kraft- und Hebemaschinen. Preis geb. 18 Mk.

Vrakt. Maschinenbauer. 37

Fig. 541 .