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Im Gegensatz hierzu steht die Aufstellung der Turbinen in offenen Wasser-kasten, welche für Gefalle von l^z bis höchstens 4 in und größere Wasser-mengen angewendet wird. Das Laufrad wird hierbei direkt über oder im Unter-wasser angeordnet. Nach Ausführungen der Merseburger Maschinenfabrikund Eisengießerei B. Herrich & Co. in Merseburg ist eine solche Turbinemit zwei nebeneinander liegenden Schaufelkränzen in Fig. 584 dargestellt. Diebeiden Schaufelkränze liegen dicht nebeneinander und sind nur durch eineZwischenwand voneinander getrennt, an welcher die Schaufeln beiderseitig be-festigt werden. Das Leitrad ist auf Säulen gelagert und schließt mit seinem
oberen Rand den Boden des Wasser-kastens für das Aufschlagwasser ab. DasLaufrad liegt im Unterwasser so, daßdessen obere Kante mit dem Unterwasser-spiegel in einer Ebene liegt. Die Tur -binenwelle stützt sich wieder in einemSpurlager und ist in einem Oberwasser-zapfen aufgehängt. Eine Regulierungdieser Turbine ist nur insofern möglich,als der innere Schaufelkranz durch einenVollring, der durch Stangen und Wind-werk gehoben und gesenkt werden kann,vollständig abgedeckt werden kann, so daßnur der äußere Schaufelkranz beauf-schlagt wird.
Eine feinere Regulierung gestattenSchieber, von denen für jede Radzelleeiner vorhanden ist und so in die Rad-zellen des inneren Kranzes eingeschobenwird, daß von jedem Schieber einLeitradkanal abgeschlossen wird. DieSchieber werden vom Turbinenboden aus ebenfalls durch eine geeignete Vor-richtung gehoben oder gesenkt. Je nach der Höhe des Oberwasserspiegels werdenmehr oder weniger Kanäle abgeschlossen, so daß die Tourenzahl der Turbinen-welle immer dieselbe bleibt.
Diese Turbinen mit zwei Radkränzen kommen für große Wassermengen von10 odiu pro Sekunde zur Anwendung. Die dargestellten beiden Turbinenwaren Niederdruckturbinen. Die Hochdruckturbinen stellt man gern in geschlossenenWasserkasten mit oder ohne Saugrohr auf. Siehe derartige Turbinen bei denGirard-Turbinen weiter unten. Natürlich können auch die Niederdruckturbinenin gleicher Weise aufgestellt werden.
Bei den mit vertikaler Turbinenwelle versehenen Turbinen sind meistenszur Kraftübertragung auf die Transmission schwere Kegelräder erforderlich.Man wendet deshalb gern zur Vereinfachung der Transmission Turbinen mithorizontaler Welle an, von welcher direkt auf die Transmission mit Riemen,
Fig. S 81 .