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durch diese Bauart die Leistung der Turbine in vielen Fällen und je nach derTourenzahl beinahe verdoppelt werden. In die Rohrleitung schaltet man einenAbsperrschieber ein. Wo es vorteilhaft erscheint, können die Turbinen mit teil-weisem Sauggefälle arbeiten. In diesem Falle wird, um ein Eintauchen desTurbinenrades zu verhindern, ein automatisch reguliertes Quantum Luft in dasTurbinengehäuse eingeführt, so daß der Unterwasserspiegcl eine gewisse Höhe nichtübersteigen kann.
Die Konstruktion und Berechnung der Turbinen.
Schaufelkon st ruktion. Im folgenden soll die Konstruktion der Schaufelnfür Axialturbinen wiedergegeben werden. In Fig. 608 ist die Schaufelung derJonval-Turbinen, in Fig. 609 die Schaufelung der Girard-Turbinen dargestellt.Pechan, „Leitfaden des gesamten Maschinenbaues", giebt an: „Man erhält
Fig. 608.
Ftg. 6^
den Mittelpunkt des Krümmungskreises 0 für das Schaufelstück 61), wennman mit den eingeschriebenen Bezeichnungen, wobei Winkel OOV —P gesetztund —s die Schaufelteilung an der Austrittsstelle ist, Vs (st st- stmacht und auf die dadurch erhaltene Sehne Ov des Kreisbogens in ihremHalbierungspunkte D eine Senkrechte errichtet. Es besteht mithin die Schaufel-form aus den geraden Linien ^-0 und dem sich daran im Punkte 0 tangierendanschließenden Kreisbogen Ov. Beim Leitapparat fällt (ist in die Radebene,wie ebenfalls in Fig. 608 u. 609 zu ersehen, in welcher ^ L, — s, (Schaufel-teilung); Ist (ist senkrecht ^6st und (ist Ist ^ (ist (ist der Krümmungshalbmesserist. Zu dieser so erhaltenen Schaufelkurve wird in der Umdrehungsrichtungin der Entfernung gleich der Schaufeldicke s eine Parallele gezogen und dieSchaufel an der Eintrittsstelle am Rücken zugespitzt."
Man erhält nach Pechan gute Verhältnisse, wenn man die Winkel a, st,st innerhalb folgender Grenzen nimmt, und zwar:
Für Reaktionsturbinen
Gefällhöhe Ist---0,75 bis 12 na und Wassermenge odni
a —15 bis 24°st---90 „ 120»st^I.3 „ 24°
wobei für größere Gefalle und kleinere Wassermengendie kleineren Werte für « und st gelten und umgekehrt.
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Pra?t. Maschinenbauer.