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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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2. Die Wärmemotoren.

Wir haben zur Hauptsache zwei Arten von Wärmemotoren zu unterscheiden,und zwar die Dampfmaschinen und die Gaskraftmaschinen, Petroleum-maschinen u. dergl. Diese beiden Arten sind durch die in ihnen zur Wirkungkommende Flüssigkeit charakterisiert. Bei den Dampfmaschinen ist die die Arbeitverrichtende Flüssigkeit das Wasser, welches zu Wasserdampf verwandelt ist, beiden Gaskraftmaschinen ein Gemisch von Lust mit den Gasen von Brennstoffen,die zur Erwärmung benutzt werden. Bei den Dampfmaschinen ist es also nötig,zuvor das Wasser in Wasserdampf zu verwandeln. Hierzu dienen die Dampf-kessel. Mit der Dampfmaschine sind daher immer die Dampfkessel verbunden.Anders bei den Gaskraftmaschinen, bei ihnen erfolgt die Verbrennung des Gas-gemisches in der Maschine selbst.

Das Wasser kommt in drei verschiedenen Zuständen vor, und zwar als Eis,Wasser und Dampf. Wollen wir jetzt z. B. das Wasser zu Dampf verwandeln,so müssen wir demselben Wärme zuführen, andererseits, wenn wir Dampf inWasser verwandeln wollen, müssen wir dem Dampf Wärme entziehen. BeideVerwandlungsarten kommen für uns hier in Betracht. Wenn wir Wasser von0° 0 in Dampf verwandeln wollen, so müssen wir demselben Wärme zuführen.Die Temperatur des Wassers erhöht sich dann bis auf 100° 0., der sogenanntenSiedetemperatur, bei welcher die Dampfbildung beginnt. Unter weitererWärmezufuhr wird nun das ganze Wasser zu Dampf verwandelt, indem dieTemperatur des Wassers sich nicht mehr erhöht. Es wird also die ganze zu-geführte Wärmemenge zur Dampfbildung verwendet.

Wird einer Flüssigkeit, auf deren Oberfläche ein beweglicher Kolben dengleichbleibenden Druck x ausübt, Wärme zugeführt, so beginnt die Verdampfung,sobald die Temperatur t erreicht ist. Wird die Wärmezufuhr fortgesetzt, sodauert auch die Verdampfung fort, bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist,wobei sich der Kolben fortwährend aufwärts bewegt. Während dieser ganzenZeit ist trotz fortdauernder Wärmezufuhr und Volumenzunahme des Gemischesvon Dampf und Flüssigkeit die Temperatur dieselbe geblieben. Hätte man denKolben von vornherein etwas über die Oberfläche gestellt, so würde er einigeZeit an seiner Stelle geblieben sein, dann aber bei genügender Dampferzeugungebenfalls die Aufwärtsbewegung begonnen haben. Von dem gleichen Zeitpunkte