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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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rutschen des Kohlenstaubes, auch wenn derselbe feucht sein sollte, im Trichter agewährleistet.

Die Verbrennungskammer ü wird, beispielsweise in einem Flammrohrkessel,einfach durch Ausmauern des vorderen Flammrohrteiles x auf etwa 1,5 bis 3 wLänge mit feuerfestem Material gebildet und hinten durch eine gemauerte Feuer-brücke abgeschlossen. Die gemauerten Wandungen g nehmen sehr bald nachInbetriebsetzung der Feuerung die zur fortgesetzten Entzündung des Kohlenstaubeserforderliche Temperatur an. Die erste Entzündung wird durch ein kleines Holz-feuer oder durch einige mit Petroleum getränkte Putzlappen bewirkt und bietetgar keine Schwierigkeit. Bei einem Kessel, welcher nur nachts außer Betriebwar, hat man schon in etwa 5 Minuten helle Glut.

Die erforderliche Luftmenge wird der Feuerung auf den durch die Pfeile 1,ii» und ii bezeichneten Wegen zugeführt. Eine Regulierung derselben kann anallen drei Stellen vorgenommen werden, jedoch genügt es vollkommen, bei ndurch den Schieber o zu regulieren. Die Kohlenstaubmenge wird während desBetriebes durch die Schraube 5 reguliert. Je weiter die Schraube 5 hinein-gedreht wird, desto weiter wird das Blech o zurückgedrängt, und desto breiterwird der zwischen o und ä beim jedesmaligen Anschlag des Hammers ent-stehende Spalt.

Da man sich während des Betriebes auf die Regulierung durch den Schieber c>und die Schraube 5 beschränken kann, und die einzige sonst noch erforderlicheArbeit für den Heizer darin besteht, durchschnittlich nach lOstündigem Betriebdie auf dem unteren Teil der Verbrennungskammer abgesonderte Schlacke durchdie Luftöffnung bei n mittels einer Krücke zu entfernen, so ist es einleuchtend,daß ein Mann im stände ist, eine ganze Kesselbatterie bis zu 12 Kesseln undmehr zu bedienen.

Zum Antrieb der Feuerung ist mechanische Kraft erforderlich, und zwar fürjeden Apparat etwa Via Pferdestärke.

Feuerungen für flüssige und gasförmige Brennstoffe

Da diese Feuerungen nur sehr selten zur Anwendung kommen und auf ganzbestimmte Betriebe beschränkt sind, können dieselben hier Übergängen werden.

Der Schornstein.

Dieser kann als zur Feuerung gehörig betrachtet werden, weshalb hiereiniges über denselben gesagt werden soll. Wie wir bereits wissen, dient derSchornstein erstens dazu, die Verbrennungsgase abzuführen, zweitens dazu, demBrennmaterial die notwendige Luft zuzuführen oder Zug zu erzeugen. Zur Ab-führung der Verbrennungsgase muß derselbe einen gewissen Querschnitt, zur Er-zeugung des nötigen Zuges eine gewisse Höhe haben. Die Zugstärke eines Schorn-steines wird nun durch den Temperaturunterschied der Heizgase unten am Schornsteinund der Temperatur der Luft oben an demselben gebildet. Die Zugstärkewird um so größer, je heißer die Heizgase unten und je niedriger die Temperaturoben an demselben ist. Da man nun die Heizgase mit möglichst niedriger Tem-