384
peratur in den Schornstein entweichen läßt, ergiebt sich, daß man dem Schorn-stein eine gewisse Höhe geben muß, um die erforderliche Zugstärke zu erhalten.Jedes Brennmaterial erfordert eine andere Zugstärke, so ist z. B. zur Ver-brennung von Holz am wenigsten und zur Verbrennung von kleinen Kohlenoder Grus am meisten Zug nötig.
Da geringwertige Brennstoffe nicht gut mit einem Schornstein unter 30 wHöhe verbrannt werden können, so nimmt man diese Höhe als kleinste an. Einrunder Schornstein ist dem viereckigen stets vorzuziehen. Dient für mehrereFeuerungen ein Schornstein, so muß dessen oberer lichter Querschnitt gleich derSumme der für die einzelnen Feuerungen erforderlichen Querschnitte sein, undseine Höhe muß gleich sein der des höchsten Schornsteines, der sich für eine derEinzelfeuerungen ergeben würde.
Die Schornsteine werden aus gelochten Radialsteinen ausgemauert. Lueger ,„Lexikon der gesamten Technik" sagt: „Mit dem Kesselhaus hängt der Schorn-stein durch einen Kanal, den sogenannten Fuchs, zusammen, welcher zur Ver-meidung von Rissen erst auszuführen ist, wenn der Schornstein fertig ist undsich gesetzt hat. Die Schornsteinsohle legt man 60 bis 80 oin tiefer als die desFuchses, damit sich eine Vertiefung zur Ansammlung der Flugasche und desRußes bildet, daneben ist eine gewöhnlich mit Ziegeln in Lehm versetzte Zu-gangsöffnung herzustellen, welche ein zeitweises Entfernen des angesammeltenRußes gestattet."
Für die Höhe eines Schornsteines geben nun Alphons Custodis, A.-G.in Düsseldorf , folgende Formeln an:
Z
bei kleinen Anlagen b — 6 s/Heizfläche
s
„ mittleren „ b ^ 5,5 Heizfläche
s
„ größeren „ b -- 5 j/ Heizfläche.
Der Ausströmungsquerschnitt sei gleich Vi bis Vg der Rostfläche für guteSteinkohle, und zwar
bei kleineren Anlagen ^4 der Rostfläche,
„ mittleren „ Vr Vs der Rostfläche,
2
„ größeren „ Vs der Rostfläche.
Bei Braunkohlen kann man den Querschnitt noch etwas verringern.
Diese Faustformeln geben stets Dimensionen, welche größer sind, als absolutnotwendig; dies ist jedoch kein Fehler, denn man kann den Zug mittels desvorhandenen Schiebers verringern, während eine Verstärkung nicht so leichtmöglich ist. Beeinträchtigungen durch hohe Gebäude, Berge usw. müssen ent-sprechend berücksichtigt werden.
Lueger , „Lexikon der gesamten Technik" giebt weiter an: Der Stand-fähigkeit wegen macht man den unteren lichten Durchmesser ck^ — ä-b 0,02 b(ck —oberer lichter Duchmesser) oder größer. Schornsteine, die ohne Gerüst voninnen heraus gebaut werden, erhalten oben mindestens 0,6 in lichte Weite. Als