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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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0,07 1 Luft enthält, so daß, wenn man an 25 I Einspritzwasser für 1 ÜA Dampfanrechnet, jeden üZ des letzteren 1,352 1 in den Kondensator eingeführter undaus demselben wieder zu beseitigender Luft entspricht.

Die Luftpumpe, welche von der Dampfmaschine direkt angetrieben wird,schafft die Kondensationsprodukte fort. Je nachdem wir Einspritzkondensatorenoder Gegenstromkondensatoren haben, siehe weiter unten, sind nasse oder trockeneLuftpumpen anzuwenden. Die nassen Luftpumpen schaffen bei den Einspritz-kondensatoren gleichzeitig Dampf, Einspritzwasser, Kondensationswasser und Luftfort; die trockenen Luftpumpen bei den Gegenstromkondensatoren schaffen nurDampf und Luft fort. Man rechnet, daß die nassen Luftpumpen etwa 5°/ derMaschinenleistung an Arbeitskraft erfordern, die trockenen Luftpumpen brauchennatürlich sehr viel weniger.

Man bringt nun das Kühlwasser in den Kondensatoren entweder direktmit dem Dampf in Verbindung und erhält die Einspritz- oder Mischkonden-satoren oder kühlt den Kondensator innen oder außen ab, während der Dampfin oder um denselben strömt, diese Kondensatoren bezeichnet man als Ober-fläch enkondensatoren.

Es ist natürlich immer vor allen Dingen nötig, daß das zur Kondensationerforderliche Kühlwasser in der gehörigen Menge vorhanden ist. Zur Beschaffungdesselben werden besondere Brunnen oder Pumpwerke gebaut oder man schließtan die städtische Wasserleitung an.

In neuerer Zeit ist der Mangel oder die Kosten des Kühlwassers keinGrund mehr gegen die Anwendung der Kondensation, da man durch dieRückkühlanlagen oder Gradierwerke das Kondensationswasser künstlichkühlt und zur Wiederverwendung als Kühlwasser tauglich macht. Diese Rück-kühlanlagen erfordern täglich nur einen geringen Zusatz von frischem Kühlwasser,erfordern allerdings bedeutend höhere Anlagekosten.

Die Einspritz- oder Mischkondensatoren.

Bei den Einspritz- oder Mischkondensatoren wird der Dampf mit dem Kühl-wasser direkt vermischt, das Kühlwasser wird in den Kondensator eingespritzt.Für stationäre Maschinen findet diese Art der Kondensation die weiteste An-wendung. Man hat nun zwei Arten zu unterscheiden und zwar Kondensatorenmit Parallelstrom oder gemeinsamer Luft- und Wasserabführung und solche mitGegenstrom oder getrennter Luft- und Wasserabsührung, wonach wir Parallel-strom- und Gegenstromkondensatoren unterscheiden. Die häufigste Anwendungfinden die Parallelstromkondeusatoren.

Das Kühlwasser läßt man durch die Luftleere im Kondensator direkt ein-sangen, wo die -Saughöhe weniger als 7 m beträgt. Bei größerer Saughöhemuß jedoch eine besondere Kaltwasserpumpe aufgestellt werden.

In Fig. 778 ist die allgemeine Anordnung einer Mischkondensation wieder-gegeben. Von der Dampfmaschine aus gelaugt der Dampf durch das mit Dampfbezeichnete Rohr in den Kondensator. Das Kühlwasser wird hier durch dieLuftleere im Kondensator aus einem Brunnen angesaugt. In dem Mischraum