507
als 4 ÜA bei größeren, bei einem Dampfdruck von 10 bis 11 Atm. und einerÜberhitzung des Dampfes von 350«.
Als Steuerung wird meistens die zwangläufige Ventilsteuerung, PatentKönig, angewendet, welche genau wie jede andere Ventilsteuerung bethätigt wird.
Die Kondensation.
Bei den Dampfmaschinen mit Kondensation wird der Betriebsdampf, nach-dem er seine Arbeit im Cylinder verrichtet hat, auf künstlichem Wege nieder-geschlagen, d. h- wieder zu Wasser verwandelt. Das Wasser kann natürlichwieder zur Kesselspeisung benutzt werden, somit ergiebt sich auch schon durch dieKondensation eine wesentliche Ersparnis an Wasser. Der Nutzen der Konden-sation liegt aber hauptsächlich in einer andern Ursache, nämlich in dem geringerenDampfverbrauch dieser Maschinen gegenüber den Maschinen ohne Kondensation.Die Kondensation des Dampfes geschieht in dem mit der Maschine verbundenenKondensator. Bei den Dampfmaschinen mit Auspuff muß beim Ausstoß desDampfes ins Freie der äußere Luftdruck überwunden werden. Dieser Druckwirkt aber auf die entgegengesetzte Kolbenfläche, auf welche der arbeitende Dampfdrückt. Dieser letztere muß also diesen Gegendruck der Atmosphäre überwinden.Im Kondensator wird nun dieser Gegendruck auf etwa üio Atm. verringert, sodaß der arbeitende Dampf also einen viel geringeren Druck zu überwinden hat.Daß aber dadurch wiederum für dieselbe Maschinenleistung weniger Dampf ge-braucht wird, liegt auf der Hand.
Lueger , „Lexikon der gesamten Technik", sagt: „Arbeitet z. B. eine Maschinemit 4 Atm. Überdruck, so wird bei Anwendung der Kondensation etwa 0,9 Atm.gewonnen, so daß der neue wirksame Druck 4,9 Atm., das Verhältnis beider
^ — 1,225, der Gewinn also 22,5«/„ beträgt. Arbeitet die Maschine dagegen
mit 8 Atm. Überdruck, so ist der gesamte Gewinn bei gleichem Kondensatordruck
^ — 1,1125 oder 1lVi°/o, d. h. nur die Hälfte des obigen. Es geht hieraus
hervor, daß mit zunehmender Betriebsspannung der Nutzen der Kondensationverhältnismäßig geringer wird. Ein Teil der gewonnenen Arbeit geht übrigenszum Betriebe der Kondensatorluftpumpe und der Wasserpumpe verloren."
Die Spannungsverminderung, Luftverdünnung und die Erzeugung desVakuums im Kondensator erklärt sich daher, daß der zu Wasser gewordeneDampf einen viel geringeren Raum einnimmt als wie vorher, als er noch Dampfwar. Es ist also um so vorteilhafter, je weiter man die Kondensation treibt.Zum Zwecke der Kondensation wird nun der Dampf im Kondensator mit kaltemWasser in Berührung gebracht. Die Kaltwasserpumpe schafft dasselbe indenselben.
Bei der Kondensation bleiben im Kondensator ein Gemisch von Kühl- oderEinspritzwasser, Kondensationswasser, Dampf und Luft zurück. Die Luft wirdmit dem Kühlwasser in den Kondensator gebracht; da 1 ÜA Wasser in Mittel
64 *