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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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sammeln von Wasser auf denselben gestatten, damit sie besser dicht halten.Überdies müssen Ecken und Winkel, in welchen sich Luftsäcke bilden können,vermieden werden. Die Ventilklappen werden neuerdings, da die in den Kon-densator dringenden Fette die Gummiklappen leicht zersetzen, aus Metall ge-fertigt. Sie bestehen aus dünnen Membranen aus Bronze in Scheibenform,Glockenform oder aus gewelltem Blech."

Eine nasse horizontale Luftpumpe, wie sie die Maschinen- und Armatur-fabrik vorm. Klein, Schanzlin & Becker in Frankenthal (Pfalz ) baut, zeigtFig. 787. Die Pumpe wird von der verlängerten Kolbenstange der Dampf-maschine angetrieben. Der Cylinder ist auswechselbar eingesetzt. Das Einspritz-wasser wird durch ein siebartig gelöchertes Rohr in den oberen Pumpenraumvon der Seite her eingeführt, der zu kondensierende Dampf in denselben Raumvon oben her. Die Mischung von Dampf und Wasser wird dadurch eine innige.Die Säugventile stehen in den senkrechten Wänden, die Druckventile liegenhorizontal. Die Ventile sind als Gummiklappen ausgebildet. Bewegt sich derKolben in der Pfeilrichtung, so öffnet sich das Säugventil links und das Druck-ventil rechts. Der Kolben saugt das Kondensationsgemisch hinter sich her ausdem Kondensationsraum und drückt das beim vorigen Hub angesaugte Gemischvor sich her durch das Druckventil in die Abflußleitung.

Durch ein Manometer kann man sich jederzeit von der im Kondensations-raume herrschenden Luftleere überzeugen.

Die Rückkühlanlagen oder Gradierwerke.

Wie wir bereits wissen, wird bei nicht genügend vorhandenem Kühlwasser,das aus dem Kondensator kommende warme Wasser künstlich abgekühlt undwieder als Kühlwasser benutzt. Das warme Wasser wird auf den First desGradierwerkes gehoben, dort zerteilt und dann in Form eines Regens überLattenroste oder Reisigbündel niedergelassen, wobei es seine Wärme an die durch-strömende Luft abgiebt. Da ja hierbei immer etwas Wasser verdunsten wird, mußein Teil desselben durch frisches Kühlwasser ersetzt werden, in allen Fällen istaber auch das nicht einmal nötig. In der Regel wird der natürliche Luftzugzur Abkühlung benutzt. Man hat jedoch auch Gradierwerke mit künstlichem Luft-zug ausgeführt.

Man nimmt an, daß man für Dampfmaschinen bis 100 Pferdestärken dasKühlwasser aus Brunnen holen kann. Sobald aber mehr als 25 obm proStunde benötigt werden, reichen Brunnen meistens nicht mehr aus und dasAbwasser der Kondensation muß künstlich zurückgekühlt werden, wenn kein Bach-oder Flußwaffer zur Verfügung steht oder dieses unrein ist.

Die Gradierwerke für natürlichen Luftzug erhalten 810 m Höhe, 10 undmehr rn Länge und 1,52 m Breite. Die Breite darf nicht zu groß werden,um das Durchströmen der Luft nicht zu behindern. Gradierwerke sollen möglichstfrei stehen und ihre breite Seite soll nach der meist vorherrschenden Windrichtungzeigen. Man baut auch häufig die Gradierwerke auf Dächer auf.

Ein Lattengradierwerk für natürlichen Luftzug giebt Fig. 788 wieder