Buch 
Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
Seite
532
JPEG-Download
 

532

übrigen Ladung mitteilt. Das diesem Zweck dienende Porzellanröhrchen be-findet sich in einem Brennergehäuse 6 am Cylinderkopf und wird durch einenBunsenbrenner geheizt. Während der Einströmperiode befinden sich im Zünd-röhrchen Luft oder Verbrennungsrückstände von der vorhergegangenen Ver-brennung. Wird nun in der Kompressionsperiode die frische zündfähige Ladungzusammengepreßt, so wird ein Teil derselben auch in das Zündrohr gelangenund dort entzündet.

Fig. 800.

Der Regulator ki beeinflußtdie auf der Steuerwelle verschieb-bare Scheibe des Gasnockens t.Die Regulierung geschieht entwederdurch den Ausfall ganzer Gas-füllungen oder wenn ein besondersgleichförmiger Gang verlangt wird,durch Veränderung des Gasreich-tums der Ladung. Im ersten Fallewird ein schmaler gerader Gas-nocken t (Fig. 798) angewandt,der bei Überschreitung der Touren-zahl vom Regulator so abgelenkt wird, daß er das Gasventil nicht öffnet.Dadurch wird in der Saugperiode nur Luft in den Cylinder eingeführt, und es

unterbleibt daher jede Kraft-leistung auf den Kolben solange, bis der normale Gangwieder hergestellt ist.

Im andern Falle dientzur Regulierung ein schrägerGasnocken, der vom Regulatorso eingestellt wird, daß dasGasventil sich mehr oderweniger öffnet und die Kraft-wirkungen daher verschiedenstark ausfallen.

Das Ingangsetzen desMotors geschieht ebenso wiebeim Motor Fig. 790 u. 791,indem ein Teil der Ladung

bei der Kompressionsperiode aus dem Cylinder herausgelassen wird.

In derselben Weise ist auch dafür gesorgt, daß beim Stehenbleiben desMotors der Gasnocken nicht zufällig das Gasventil geöffnet hält. Zu diesemZweck ist der Regulator so eingerichtet, daß er bei Überschreitung einer gewissenniedrigen Tourenzahl die Gasnockenscheibe nach links ablenkt, sodaß die Gasrollean der rechten Seite des Nockens vorbeigeht, das Gasventil also geschlossenbleibt. Man muß daher vor dem Ingangsetzen die Gasnockenscheibe wieder so

Fig. Svl