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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Lueger ,Lexikon der gesamten Technik", schreibt weiter:Bei ihnen tritt,wie bei den Gasmaschinen, explosibles Gemisch durch das Einströmventil in denCylinder; bei einer zweiten Klasse aber enthält das Gemisch vor der Einströmungin den Kompressionsraum nur so viel Luft, wie zum Zerstäuben nötig ist undwird erst in diesem durch weiteren Luftzutritt explosibel."

Benzin ist schon bei gewöhnlicher Temperatur so flüchtig, daß es zur Er-zeugung eines dem Leuchtgas ähnlichen Gemisches genügt, Luft hindurchzuleitenoder es in Luft zu zerstäuben; jedoch verdunsten beim Durchleiten von Lustzunächst nur die flüchtigsten Bestandteile und die zurückbleibenden müssen durchdie Abgase der Maschine oder durch heißes Wasser erwärmt werden, damit manstets das gleiche Mischungsverhältnis erhält. Wegen Feuers- und Explosions-gefahr wird das Benzin in eisernem Fasse und einem besonderen Keller, derniemals mit einem brennenden Gegenstände betreten werden darf, gelagert.Wird es verdunstet, indem man Luft hindurchleitet, so muß auch das hierzudienende Gefäß völlig geschlossen sein; nur die während des Stillstandes durcheinen Hahn zu verschließende Luftleitung führt von unten hinein und endet überdem Gefäßboden in einer Brause. Born Deckel des Gefäßes aus führt dieGasleitung nach der Maschine, welche die Luft durch das Benzin saugt. Damitdie Zündung nicht in das Benzingefäß zurückschlägt, streicht nun das Gas zuerstdurch einen mit Kies gefüllten Topf oder durch eine Schicht feiner Drahtgewebeund dann durch ein Rückschlagventil, das beim Ansaugen durch die Maschinegeöffnet wird. Um etwaige Verpuffung in dem darauffolgenden Teile der Gas-leitung unschädlich zu machen, ist dieser mit einem Sicherheitsventil versehen.Auch in dem Maschinenraum erscheint bei Benzinmotoren die Anwendung offenerFlammen und folglich auch des Glührohrs zur Zündung nicht unbedenklichund man zieht daher die elektrische Zündung vor."

Fein zerstäubtes Petroleum kann auch im Motor zur Explosion gebrachtwerden; doch Pflanzt sich die Flamme verhältnismäßig langsam fort, und dabeim Zerstäuben in der Regel auch größere Tropfen entstehen und feiner Öl-staub beim Wechsel der Stromrichtung zum Teil gegen die Wandung der Leitunggeschleudert wird, wo er dann größere Tropfen bildet, welche durch die im Kom-pressionsraum herrschende Temperatur nur unter günstigen Umständen völligverdampft werden, so ziehen es viele Konstrukteure vor, die Verdampfung da-durch zu bewirken, daß sie einen Teil des Zuleitungskanals, den sogenanntenVerdampfer oder Vergaser, durch eine Flamme von außen bis zur Rotgluterhitzen. Werden die größeren Tropfen des zerstäubten Petroleums durch einenÖlsack, den man von Zeit zu Zeit entleert, aufgefangen, ehe sie in den Ver-dampfer gelangen, so braucht dieser nicht so stark erhitzt zu werden."

Im allgemeinen zeigen die Motoren, ob für Benzin, Petroleum oderSpiritus verwendbar, stets dieselben Einrichtungen.

Die Zündungen der Benzin- u. dergl. Motoren sind stets elektrische.

Die neueste Bauart des Benzin-, Petroleum- und Spiritusmotors derGasmotorenfabrik Deutz in Köln-Deutz zeigt Fig. 814817. Fig. 814stellt eine Seitenansicht des Motors mit den wichtigsten Teilen der Steuerung,