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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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5. Die Dampfturbinen.

Die ausgedehnte Steigerung, welche die Anwendung der Elektrizität in denletzten Jahren erfahren hat, führte auch schließlich dahin, geeignete raschlaufendeAntriebsmaschinen zu schaffen, welche eine direkte Kupplung mit den vorteilhaftrasch rotierenden elektrischen Maschinen gestatten. Die Kolbendampfmaschine,welche wir in vorliegendem Werk kennen gelernt haben, bedingen immerhin eineverhältnismäßig kleine Tourenzahl, so daß die nnt ihnen direkt gekuppelten elek-trischen Maschinen, die Dynamomaschinen, große Dimensionen im Verhältnis zuihrer Leistungsfähigkeit erhalten. Je schneller nämlich die Dynamomaschinenlaufen können, desto geringere Dimensionen ergeben sich für sie für die gleicheLeistung. Da andrerseits bei derartigen Maschinen nur eine direkte Kupplungmit der Betriebsmaschine von Vorteil ist, entsprach die Kolbendampfmaschineschon lange nicht mehr den gesteigerten Anforderungen, welche man in dieserHinsicht an sie stellen mußte. Ein noch andrer Umstand fiel nicht unwesentlichgegen die Kolbendampfmaschine ins Gewicht, ihr großer Raumbedarf. DieTechnik war daher bestrebt, einen neuen Motor zu finden, welcher eine direkteKupplung mit rasch laufenden Dynamomaschinen erlaubt und wenig Platz zuseiner Aufstellung verlangt, welcher aber andrerseits doch alle Vorteile dergroßen, langsam laufenden Kolbendampfmaschinen, wie große Betriebssicherheit,ruhigen Gang, geringen Dampsverbrauch usw. ausweist.

Diese Eigenschaften erfüllt aber nun die Dampfturbine.

Wir wissen, daß bei den Kolbendampfmaschinen der Dampf abwechselnd auf dereinen oder anderen Seite eines in einem Zylinder hin- und hergehenden Kolbens zurWirkung kommt. Diese hin- und hergehende Bewegung muß erst, um praktischverwendbar zu sein, durch den Kurbelmechanismus in eine rotierende umgewandeltwerden. Dieser große Nachteil der Kolbendampfmaschinen ließ schon früh denGedanken auftauchen, mittelst des Dampfes direkt eine rotierende Bewegungzu erzeugen, wie dies jetzt bei den Dampfturbinen geschieht.

Wie bei den Wasserturbinen ließ man nun auch bei den Dampfturbinenden Dampf gegen ein mit Schaufeln besetztes Rad strömen, wodurch diesesRad in Umdrehungen versetzt wurde. Da nun aber die Geschwindigkeit desausströmenden Dampfes eine außerordentlich hohe ist, ergaben sich für diese