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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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7. geringer Dampfverbrauch, welcher den besten Dampfmaschinen gleich-kommt, wenn nicht sogar noch übersteigt;

8. einfache, rasche Inbetriebsetzung, leichte Wartung und Bedienung;

9. Unschädlichkeit von Kondenswasser in der Maschine, welches bei Dampf-maschinen zu schwerwiegenden Betriebsstörungen führen kann.

In Fig. 933A ist noch eine Maschinenanlage dargestellt, welche eine Dampf-turbine von 525 Pferdestärken mit direkt angebauter Drehstrom-Dynamomaschinezeigt. Im Hintergründe sieht man eine stehende mit Dynamomaschine gekuppelteDampfmaschine gleicher Leistung als die Dampfturbine.

Die Dampfturbine Oerlikon (System Rateau).

Während bei der Parsonsturbine infolge der Dampfwirkung eine Be-aufschlagung der einzelnen Laufräder an ihrem ganzen Umfang erforderlich ist,ist dies bei der Rateauturbine nicht nötig, vielmehr werden hier die einzelnenLaufräder bis auf die fünf letzten nur partiell, d. h. teilweise beaufschlagt.

Während bei der ersten Turbine der Dampf größtenteils durch Reaktion,d. h. Überdruck, wirkt, kommt bei der letzteren die Aktionswirkung, d. h. dieDruckwirkung des Dampfes, zur Ausnutzung. Da hierdurch bei der Parsons-turbine auf beiden Seiten der Laufräder Druckunterschiede entstehen, welche einemöglichste Verringerung der Zwischenräume zwischen Leit- und Laufrädern er-forderlich machen, um schädlichen Dampfentweichungen einigermaßen vorzubeugen,können bei der Rateauturbine Spielräume von drei und mehr Millimetern zu-gelassen werden, was nicht unwesentlich zur Betriebssicherheit beiträgt, da natür-lich dadurch die Gefahr einer Berührung zwischen den feststehenden und denrotierenden Teilen der Turbine hinausrückt, wenn nicht gar vollkommen aus-geschlossen ist. Infolge zu kleinen Zwischenraumes zwischen Leit- und Lauf-rädern besteht immer die Gefahr, daß, wenn sich die Lager abgenutzt haben,diese beiden Teile sich berühren, was dann Betriebsstörungen im Gefolge hätte.

Fig. 933lli zeigt die schematiche Darstellung der Dampfturbine Oerlikon,welche von der Maschinenfabrik Oerlikon in Oerlikon bei Zürich her-gestellt wird. Wie aus vorhergehendem schon hervorgeht und wie die Figurenerkennen lassen, besteht die Oerlikonturbine ebenso wie die Parsonsturbine ausmehreren nebeneinander auf einer Welle sitzenden Laufrädern und den dazu ge-hörigen Leiträdern. Während die Parsonsturbine mit Laufrädern von ver-schiedenen Durcymessern ausgerüstet ist, erhält die Oerlikonturbine in diesenmehrere Abstufungen.

Beider dargestellten Turbine sind 13 Stufen oder Laufräder O hintereinanderauf der gemeinschaftlichen Turbinenwelle W aufgesetzt. Die einzelnen Laufräder sinddurch Scheidewände, welche durch die vollen Leiträder gebildet werden, vonein-ander getrennt. Der vordere Deckel D des Turbinengehäuses Ll ist mit einem ring-förmigen Kanal L ausgerüstet, in welchem der Dampf von dem Regulieroentil Ther einströmt. In dem Deckel O ist auch das erste Leitrad rV eingebarü.