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Es ist ohne weiteres einleuchtend, daß beim Wiegen mit einer Wage über-haupt diese der Drehung fast gar keinen Widerstand, Reibung, in den drehendenTeilen entgegensetzen darf. Man läßt dieserhalb den Balken und die Wägeschalensich nicht um runde Zapfen drehen, sondern um Messerschneiden und entsprechendePfannen, wie solche wohl allgemein bekannt sind. Die Messerschneiden bringtman gewöhnlich am Wagebalken an, Mil dadurch die Unabänderlichkeit ihrerAbstände von dem Drehpunkte des Balkens gesichert ist.
Lueger , „Lexikon der gesamten Technik", schreibt weiter: „Die Wagschalensind unter dem Wagebalken durch Ketten, Schnüre oder gekröpfte Stangen anden Drehpunkten aufgehängt. Die Ketten oder Schnüre sind unbequem, selbsteine einzige gekröpfte Stange, an der die Schale hängt, ist oft unzulässig. Dadie Wagschalen an den Drehpunkten hin- und Herpendeln, so gewähren sie keinegenaue Unterlage für das Auflegen der Gewichte. Aus diesem Grunde wendetman häufig eine sogenannte Arretierung an, indem die Schalen entweder vonaufwärts bewegten Scheiben aufgefangen oder durch Senken des Balkens aufdie Unterlagen gelegt werden- Die Arretierung kann zur Beschleunigung desWiegens benutzt werden, indem erst nach ihrer Entfernung der Wagebalkenfreigegeben wird und dieser sich stets auf die Seite des etwaigen Übergewichtesneigt. Die Arretierung kann dazu dienen, die Messerschneiden und Pfannenvom Druck zu befreien, wenn Gewichte aufgelegt werden oder die Wage nichtbenutzt wird."
Ungleicharmige einfache Balkenwagen. Bei diesen Wagen fällt dieUnbequemlichkeit fort, daß immer stets der Wägestein dasselbe Gewicht habenmuß wie der zu wiegende Körper. Fig. 937 zeigte schon eine derartige Wage.Wir haben hier ungleicharmige Hebelarme. Da diese Wagen meist als Lauf-gewichtswagen ausgeführt werden, so werden wir sie weiter unten kennen lernen.
Gleicharmige zusammengesetzte Balkenwagen. Die gleicharmigen ein-fachen Balkenwagen leiden immer an dem Übelstand, daß die Wageschalen schwerzugänglich sind, indem die Ketten, Schnüre oderdergl. für das Aufhängen der Wageschalen störendsind- Diesen Übelstand beseitigen die gleicharmigenzusammengetzten Balkenwagen oder oberschaligenTafelwagen, welche heute fast allgemein gebräuch-lich find. Die zweckmäßigste Anordnung der-artiger Wagen zeigt diejenige System Bsranger,welche in Fig. 946 schematich dargestellt ist.
Die beiden Wageschalen, welche vollkommen freiliegen, stützen sich auf dieHebel 11 und die Drehpunkte a und o. Bei liegt der Drehpunkt des Wage-balkens alic:, welcher gleicharmig ist. Die Hebel 1 stützen sich auf die Dreh-punkte ü, welche mittels kleiner Lenker ü i an die Hebel §1 angreifen. DieHebel Z1 wiederum sind mittels kleiner Lenker Zk an dem Gestell der Wagedrehbar befestigt. Der Wagebalken allo ist noch mit Hebeln äll und s li mitden Hebeln Zi verbunden. Gegenüber anderen Wagen ähnlichen Systems hatdiese sWage den Vorzug, daß in den Hebeln außer Biegungsspannungen auch
Fig. g)6.