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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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klappen 8 und 8 sind geöffnet; kurz bevor das Gewicht der in der Gewichts-schale 6 aufgestellten Gewichtsstücke erreicht ist, senkt sich die Gesäßseite derWage, weil der Hebel I, auf dem noch der mit einem Gewicht belasteteHebel 8 einwirkt, sich mit der Schneide 1 unter die Gewichtsschale stemmt unddiese anhebt und läßt die obere Einlaßklappe 8 zufallen, indem der Hebel 8(Fig. 963), der die Klappe gestützt hatte, von der Nase i des Gefäßes L ab-rutscht. Die untere Einlaßklappe 8 bleibt aber noch offen, denn sie ist durchdas Kniegelenk 8N8 gestützt. Die obere Einlaßklappe I? besitzt zwei halbrundeÖffnungen, durch welche noch zwei dünne Strahlen Wiegegut in das Gefäß 8einlaufen, bis das genaue Gewicht erreicht ist. Sobald dieser Moment ein-getreten ist, kommt die Wage abermals in Bewegung. Durch die entsprechendeDrehung des Wagebalkens 8 wird ein mit ihm verbundener Zeiger 8 nachrechts bewegt und drückt mit dem an seinem Ende befindlichen Stift V gegeneinen Hebel infolgedessen das Kniegelenk 8N8 seine Stütze verliert undeinknickt. Dadurch fällt auch die zweite Einlaßklappe 8 zu und sperrt denZufluß des Wiegegutes vollständig ab. Gleichzeitig schlägt die mit der Klappe 8verbundene Hängegabel 8 den an dem Gehänge b angebrachten Haken 0 ausder Nase K des Gefäßes 8, so daß dieses überkippen und seinen Inhalt ent-leeren kann. Damit das Wiegegut nicht vorher aus dem Behälter ausströmenkann, ist dieser mit einer Klappe verschlossen, welche sich erst öffnet, wenn derBehälter herumkippt- Sofort nach erfolgter Entleerung richtet sich der Be-hälter 8 wieder auf, öffnet vermittelst der Nase g und des Hebels 8 beide Einlaß-klappen und hakt sich an dem Haken 0 wieder fest. Das Spiel der Wage beginntvon neuem.

Die Kontroll- und Regulierfähigkeit der Wage beruht auf der auch nachdem Schließen der ersten Einlaßklappe 8 noch fortdauernden Einwirkung desHebels I auf die Wage. Je größer diese Einwirkung, also der nach aufwärtsgerichtete Druck auf die Gewichtsschale 6 ist, desto früher erfolgt der vollständigeSchluß der Zuströmung. Durch Verschieben des Gewichtes V auf dem Hebel Inach links oder rechts wird die Einwirkung des Hebels I auf die Wage ver-größert oder verkleinert; es erfolgt der Abschluß der Zuströmung früher oderspäter und somit läuft je nach der Stellung des Gewichtes weniger oder mehrWiegegut in das Gefäß 8.

Es wird sich von Zeit zu Zeit nötig machen, die Wage im leeren Zustandezu kontrollieren, der Wagebalken muß sich dann im Gleichgewicht befinden.Man hat folgendes vorzunehmen:

Sind die Gewichte abgenommen, die Staubkapsel für die Gewichte aberaufgestellt, so drehe man den Griff o nach links und drücke den Griff H soin die Höhe, daß der Hintere Teil desselben hinter den Stift k geklemmt wird,was zur Folge hat, daß das Gefäß der Wage etwas nach links und die An-schlagnase s von dem Böckchen 8 etwas abgerückt wird und die Wage ohneReibung einspielen kann. Hebt man jetzt das Gewicht 8 und damit denHebel I so hoch als möglich an (bei großen Wagen ist eine Stütze angebracht),so muß die Zunge 2 einspielen. Thut sie dies nicht, so muß die Differenz