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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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den Phöniziern, Babyloniern, Persern bestand. Wenn auch unverbürgt ist, daßder auf der magnetischen Ablenkung beruhende Kompaß den Chinesen der ur-ältesten Zeit bekannt war, so sind doch Anzeichen dafür vorhanden, daß diealten Ägypter schon rohe Blitzableiter an ihren Tempeln anbrachten, also auchdieser Umstand lehrt uns in drastischer Weise die ungeheueren Erfolge undLeistungen der Wissenschaft und Technik des letzten Jahrhunderts klar erkennen,denn fast 6000 Jahre gingen spurlos an allen diesen Beobachtungen vorüber,ohne daß sie nach ihrem wahren Werte erkannt und verwertet wurden.

Ein kurzer Lichtblick nur hellt die weitere Folge der ersten Anfänge derGeschichte der Elektrizität und des Magnetismus auf, das ist die Einführungdes Kompaß, der vermutlich von dem berühmten Weltreisenden Marco Poloaus China nach Europa eingeführt wurde- Das Instrument war allerdingsschon vorher in einer anderen Gestalt den Franzosen bekannt, aber nach anderenMitteilungen soll er von dem Neapolitaner Flavio Gioja erst um 1302 er-funden worden sein. Der Kompaß, der sich ursprünglich auf das Auflegen derMagnetnadel auf einen schwimmenden Kork beschränkte, scheint mehr eine Zufalls-erfindung, als das Ergebnis überlegter Experimente zu sein. Der Beginn einerLehre von der Elektrizität fällt in das Jahr 1600, als der englische ArztWilliam Gilbert ein Werk über den Magnetismus herausgab, worin er nach-wies, daß außer Bernstein auch verschiedene andere Körper durch Reiben dieFähigkeit erlangen, andere Körperteilchen anzuziehen und wieder abzustoßen.Bestimmte Versuche in dieser Richtung machte sodann der Bürgermeister vonMagdeburg , Otto v. Guericke (20. Nov. 1602 bis 1l. Mai 1686), einer der be-deutendsten Physiker seiner Zeit, in deren Folge er den ersten Anstoß zur Her-stellung der Elektrisiermaschine gab. Als Erfinder derselben ist er jedoch nicht,wie oft irrtümlich angenommen, anzusehen, sondern nur als Vorläufer für derenspätere Erfindung. Er war aber der Entdecker des glimmenden Leuchtens dergeriebenen elektrischen Körper.

Von nun an gingen die Arbeiten auf dem interessanten Gebiete rasch vor-wärts und nachdem man namentlich in England auf Grund der verschiedenenEntdeckungen weiter geforscht hatte, gelang es Gray auch Metalle, was bisdahin unmöglich war, elektrisch zu machen. Der Franzose Dufay teilte um1730 die Elektrizität in negative (mit bezeichnet) und positive (mit be-zeichnet) und begründete den Fundamentalsatz der Elektrizitätslehre:

Ungleichartige Elektrizitäten ziehen sich an, gleichartige stoßensich ab."

Vorher bereits war in Amerika eine bedeutungsvolle Entdeckung gemachtworden, indem Benjamin Franklin in Philadelphia auf den Gedanken ge-kommen war, den Blitz aufzufangen bezw. die Entladung der beiden entgegen-gesetzten Elektrizitäten von dem Hause abzuleiten und ein ruhiges Ausströmenherbeizuführen. Die erste sichere Beobachtung machte Franklin an einemwährend eines Gewitters aufgestiegenen Drachen, woran ein mit der Erde inVerbindung stehender Schlüssel befestigt war. In Kamin in Pommern erfand1745 gleichzeitig mit Cummäus in Leiden der Domherr von Kleist die nach

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