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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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der Drahtwickelung entsteht in diesem Moment ein Strom, der den Molekular-strömen des Stahlmagneten a d gleichgerichtet ist, sobald aber dieser Magnetweiter gedreht wird, also die gegenseitigen Pole voneinander entfernt werden,entsteht in der Wickelung ein dem ersten entgegengesetzter Strom, was nachdem bisher Gesagten ohne weiteres einleuchtet. Wird die Drehung des Magnetena d fortgesetzt, so muß nun dessen Nordpol gegenüber dem Nordpol des Magneteno ä zu stehen kommen und sein Südpol gegenüber dem anderen Südpol , in-folgedessen jetzt der vorige Nordpol des Magneten o ä ein Südpol und dessenSüdpol ein Nordpol wird. Bei der Annäherung des Magneten u. b ist wiederein gleichgerichteter Strom in der Wickelung 1 2 entstanden, der sich bei Ent-fernung des Magneten a b in einen entgegengesetzten verwandelt, weil dasmagnetische Feld in dem Eisenkerne o änicht plötzlich verschwinden kann. Der erstereStrom wird auch Näherungsstrom, derletztere Entfernungsstromgenannt, beidessind, wie wiederholt bemerkt werden soll,induzierte Ströme.

Da diese Ströme in ihrer Richtungwechseln, so bezeichnet man sie als Wechsel-ströme, wie wir schon bei der Fig. 1111 Seite 798 kennen lernten, wo siedurch eine elektrische Stromquelle hervorgerufen wurden.

Fig. 1116 zeigt den Verlauf des Stromes schematich. Wenn der Strom andem Punkte 1 beginnt, so ist seine Spannung gleich Null, sie steigt gleichmäßigbis zu einer bestimmten Höhe, um sodann wieder an dem Punkte a auf Nullzurückzugehen. In diesem Augenblicke wechselt die Stromrichtung und dieSpannung verläuft wieder wie vorhin, bis der Strom zu dem Punkte o ge-langt, wo sie wieder gleich Null ist und ein neuer Stromwechsel eintritt, dersich in der Richtung des Stromimpulses bewegt. Die Zeit, welche derStrom braucht, um einen Impuls auszuführen, also von dem Punkte 1 bis zudem Punkte s. zu gelangen, nennt man einen Wechsel und die Zeit, die derStrom braucht, um zwei Wechsel zu vollbringen, also den Weg von 1 bis 2zurückzulegen, nennt man eine Periode. Eine Periode mithin gleich zweiWechsel. Die Zahl der Perioden in einer Sekunde bezeichnet man als dieFrequenz des Stromes und seine größte Intensität als die Amplitude. Denganzen Stromverlauf bezeichnet man als Phase. Während wir hier infolge-dessen einen einphasigen Wechselstrom vor uns haben, werden wir späterzwei- und dreiphasige Wechselströme kennen lernen, die dadurch erzeugt werden,daß man zwei oder drei Wechselströme gleicher Richtung nur in ganz kurzenZeitabständen in die Leitung sendet. Den dreiphasigen Wechselstrom nennt manwegen seiner die Magnetnadel in Rotation versetzenden Eigenschaft Drehstrom .

Da der Wechselstrom ohne weiteres nur eine hin- und hergehende Arbeitbewirken könnte, werden sie, wie gleichfalls schon bei voriger Figur angedeutet,in gleichgerichtete umgewandelt, worauf wir später bei Besprechung der Kon-struktionsprinzipien der elektrischen Maschinen ausführlich eingehen werden.

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Fig. nie.