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Pixii baute nach dem geschilderten Prinzip die erste derartige Maschine(Fig. 1117), die also als Urbild einer Wechselstrommaschine betrachtetwerden kann.
Eine größere Anwendung konnten diese Maschinen wegen der ihnen an-haftenden Mangel nicht erlangen und erst W. v. Siemens gelang es 1850durch Erfindung des 1-Ankers, ihren Wirkungsgrad und ihre Verwendbarkeitwesentlich zu steigern. Das magnetische Feld wird hierbei durch gewöhnlich dreiStahlmagnete erzeugt, deren Form die des Magneten ^ in Fig- 1118 ist. Die
Fig. 1117.
Enden der beiden Schenkel sind in zwei Polschuhen 8 und H befestigt, die aufihren beiden einander zugekehrten Seiten ausgehöhlt find, so daß sie einencylinderförmigen Raum bilden, in den der walzenförmige, Anker oder Armaturgenannte Schmiedeeisenkern 8 paßt, der an Stelle des Hufeisenstabes o, ck derFig. 1115 tritt. Der Querschnitt desselben bildet ein D. Der so gebildete Hohl-raum wird durch die Windungen aus 0,2 nun dickem, mit Seide besponnenenKupferdraht ausgefüllt. Der Anker wird in der richtigen Lage durch zweiLager festgehalten und kann mit Hilfe einer Zahnradübersetzung und einer Kurbelin rasche Rotation versetzt werden. Durch passend angeordnete Kontaktfedernist der Jnduktionsstrom nach außen abzuleiten. Bei der Rotation werden diebeiden Lappen des eisernen Ankers abwechselnd nord- und südmagnetisch, jenachdem sie vor dem Südpol oder dem Nordpol des Stahlmagneten liegen. Beider einen Hälfte der Rotation wird ein positiver Strom induziert, auf deranderen Hälfte ein negativer, und wir erhalten daher bei anhaltender Rotationabwechselnd positive und negative Stromwellen von der in Fig. 1116 gekenn-zeichneten Form.