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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Ringes folgen und sich an den Punkten ^ und 8 am meisten zusammendrängen.Da der Ring auf einer Welle ruhend gedacht ist, die in Rotation gesetzt werdenkann, werden die Jnduktionsströme der Windungen des Ankers, die in der inFig 1132, Seite 815 erklärten Weise verlaufen, bei der Drehung des Ankersdie Kraftlinien der feststehenden Feldmagnete schneiden und zwar am besten anden Punkten 0 und v, da sie dort rechtwinklig zu den Kraftlinien der Magneteverlaufen. Am geringsten wird das an den Punkten ^ und 8 der Fall sein,da dort die sich um die Windungen wagerecht bewegenden Jnduktionsströme ingleicher Ebene mit den magnetischen Kraftlinien befinden. Durch die Einwirkungder ersteren auf die letzteren muß elektromotorische Kraft (8L1L) erzeugtwerden, die einen Strom hervorruft. Die 8LIL wird an den Stellen 0 1)am stärksten sein, was der Amplitude (Seite 803) des erzeugten Stromes ent-spricht. Bei der Drehung des Ankers in der Pfeilrichtung (im Sinne des Uhr-zeigers) wird die Spannung zuerst gleich Null sein, sodann bei weiterer Drehungum ein Viertel ihren Höchstwert erreichen, hierauf wieder abnehmen und beiVollendung des zweiten Viertels auf Null zurückgehen, am Ende des drittenViertels tritt die zweite Amplitude ein, um nach der vollständigen Umdrehungwieder auf Null zu kommen, worauf sich der Vorgang bei weiterer Rotation desAnkers wiederholt. Da beide Hälften des Ankers parallel arbeiten, bezw.parallel geschaltet sind, wird der Spannungsunterschied der Bürsten, von denender Strom in den äußeren Stromkreis gelangt, gerade so groß sein, wie diein jeder Ringhälfte erzeugte Spannung. Fließt also beispielsweise durch denäußeren Stromkreis ein Strom von 100 Volt, so wird jede Windung der Anker-wickelung von einem Strome von 50 Volt durchlaufen, weil beide Ringhälftenihren Strom gemeinsam in die Außenleitung schicken.

Der Stromverlauf in Fig. 1140 ist folgender: Der von der Bürste 8^durch den äußeren Schließungsdraht nach der Bürste 8 2 gehende Strom gelangtzunächst in die unter der Bürste 82 befindliche Kollektorlamelle. Dieselbe istnach allen Seiten isoliert, der Strom kann also nur durch den von der Lamellenach der Wickelung führenden Verbindungsdraht. Hier spaltet sich der Stromin zwei Teile, die eine Hälfte durchläuft den oberen Teil der Wickelung, dieandere den unteren. Beide Hälften treffen auf der 82 gegenüber liegendenSeite wieder zusammen, gehen vereint durch den Verbindungsdraht nach der unterder Bürste 8* liegenden Lamelle und durch diese wieder in die Bürste. Alsoauch in diesem Fall hat man es mit zwei Zweigen zu thun, welche 8L1Lenthalten, die parallel geschaltet sind. Nennt man die Verbindung der Mittebeider Magnetpole die magnetische Achse der Maschine, so nennt man eineEbene senkrecht dazu durch die beiden Bürsten, die neutrale Zone. Denn indieser Ebene werden keine Kraftlinien von Drähten geschnitten, es wird alsoauch in den durch diese Zone gehenden Windungen keine 8NL induziert.

Der Strom, den wir mit einer solchen Maschine erhalten, ist im äußerenKreis ein konstanter Gleichstrom. Da auf jeder Ringhälfte stets dieselbeZahl Windungen sich im magnetischen Feld bewegt, so wird stets dieselbe 8NLin jeder Ringhälfte induziert. Wenn aber die 8NL konstant ist, muß es