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große Ähnlichkeit mit demjenigen mehrpoliger Gleichstrommaschinen. Hinsichtlichder magnetischen Disposition hat man nach Uppenborn zu unterscheiden zwischenMaschinen, in denen die L.N.L. dadurch induziert wird, daß die Spulenflächeabwechselnd von Kraftlinien verschiedener Polarität durchdrungen wird, dieeigentlichen bipolaren Maschinen mit aufeinander folgenden Nord- und Süd-polen, und Maschinen, in denen die Spulenflächen nur von Kraftlinien gleicherPolarität durchdrungen werden, die unipolaren Maschinen mit sog. aufeinanderfolgenden gleichnamigen Polen . Die Induktion erfolgt aber bei den unipolarenoder besser Gleichpolmaschinen dadurch, daß die Kraftlinien zwischen einemMaximum und Minimum variieren, ohne ihre Richtung zu ändern, während siebei den bipolaren oder Wechselpolmaschinen von einem Maximum durch Null zueinem entgegengesetzten Maximum variieren. Das Gleichpolprinzip gestattet,Maschinen zu bauen, in denen nicht nur die Anker-, sondern auch die Magnet-wickelungen still stehen, sodaß der rotierende Teil nur aus dem geschlossenenMagnetsystem besteht- Die Maschinen mit Wechselpolen werden entweder sogebaut, daß jeder einzelne Pol eine Drahtbewickelung erhält, oder daß alleNord- und Südpole gleichzeitig durch eine einzige Spule magnetisiert werden(Einspulenmagnet).
Bei der Bestimmung von Elektromagneten, durch deren Windungen Wechsel-ströme fließen sollen, kann man nicht in der einfachen Weise verfahren, wie beiGleichstrom-Elektromagneten. Der Widerstand der Wickelung eines Gleichstrom-magneten nimmt (Rühlmann: Grundzüge der Wechselstromtechnik) proportionalder Anzahl der Windungen zu; der induktive Widerstand einer um einenEisenkern gewickelten Spule, die von einem Wechselströme durchflossen wird,ändert sich aber proportional 2 ^ I- und der Selbstinduktions-Koöffizient
ist proportional dem Quadrate der Windungszahl. Man giebt Wechselstrom-Elektromagneten daher meist nur wenig Windungen, die man von einem kräftigenStrome durchstießen läßt. Um den starken Strom zu leiten, ohne gleichzeitig denDraht hoch zu erwärmen, wählt man dicken oder mehrere parallel geschalteteDrähte. Der Ohmsche Widerstand und der Spannungsverlust infolge desselbenist daher bei Wechselstrom-Elektromagneten meist so gering, daß er ohne erheb-lichen Fehler vernachlässigt werden kann.
Sollen ein Wechselstrommagnet und ein Gleichstrommagnet gleiche Arbeits-leistungen hervorbringen, so muß man bedenken, daß die Arbeitsleistung einesWechselstromes gleich L - ll - oos P und die eines Gleichstromes gleich L . llist. Da nun Los y,, der Kosinus des Winkels der Phasenverschiebung stetskleiner als 1 ist, so folgt hieraus, daß bei gleichen Werten von L die Strom-
stärke eines Wechselstrommagneten im Verhältnis von
1
LOS <p
größer sein muß,
als die Stärke des Stromes, der die Windungen des Gleichstrom-Elektro-magneten durchstießt.
Hinsichtlich der Ankerformen bezw. der Wickelung der Anker für Wechsel-strommaschinen unterscheidet man Ringanker, Trommelanker, Scheibenanker undPolanker.