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Es wird ferner bei der Sternschaltung die Windungszahl der einzelnenAbteilungen für dieselbe Spannung etwas kleiner, als bei der Dreieckschaltung.Die Sternschaltung ermöglicht es auch noch, daß ein und dieselbe Maschinegleichzeitig Ströme einer anderen als der eben angeführten Spannung liefern kann.
Zu diesem Zwecke wird aus dem Verbindungspunkte m der drei Wickelungen(Fig. 1196 und 1197) nach einem der allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft er-teilten Patente noch eine vierte Ausgleichsleitung ä herausgeführt und nun
herrscht zwischen n und ä, i) und ä, L und ä eine niedrigere Spannung alszwischen den Hauptleitern, welche man zum Unterschied von dieser, der Haupt-spannung, Phasenspannung nennt. Die Ausgleichsleitung gleicht die Be-lastungsunterschiede in den einzelnen Stromkreisen des Drehstromsystems aus.
Wie schon früher erwähnt wurde, besteht jede Periode eines Wechselstromesbezw. Drehstromes aus zwei Wechseln. Die Anzahl dieser Wechsel in der Zeit-einheit ist nun direkt abhängig von der Polzahl und von der Umdrehungszahlder entsprechenden Dynamomaschine.
Ist nämlich:
2 die Wechselzahl in der Sekunde,
x die Polzahl der Maschine,
n, die Umdrehungszahl in der Sekunde, so wird
2 — p . n,
„Wechselzahl — Polzahl X Umdrehungszahl", oder wenn n, wie meist ange-geben wird, die Umdrehungszahl in der Minute bedeutet, so ist
60 .2 — x . n.
So hat zum Beispiel die A. E.-G. Drehstromdynamo Type lllvLI750/30, welche 750 Umdrehungen in der Minute ausführt, 8 Pole, es ist also750
2 — 8 -oo- — 100 Wechsel in der Sekunde.
Diese Zahl von 100 Wechseln ist die allgemein für ihre Drehstromanlagenals normal angenommene sekundliche Wechselzahl. Sie ist gewählt einerseitsmit Rücksicht auf die einfache Konstruktion der Motoren und anderseits mitRücksicht auf ein gutes Brennen der Bogenlampen, welche bei weniger Wechselkein ruhiges Licht mehr geben.
Während nun beim Gleichstrom der Konstrukteur ausreichend unterrichtet ist,wenn ihm Stromstärke und Spannung einer Maschine bekannt sind, so tritt bei
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