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setzung gewünscht wird, doppelt so groß als normal angenommen werden nndwird auch doppelt so teuer. Die Gegensätze des jeweiligen Antriebes mittelsElektromotoren finden jedoch nicht allein im oben angeführten Sinne statt, son-dern unter Elektrotechnikern selbst ist man sich über den Punkt keineswegs einig.
Im Gegensatze zum Einzelantrieb wird bei dem Gruppenantriebe derElektromotor mit einer Transmissionshauptwelle verbunden, von der aus dieeinzelnen Maschinen angetrieben werden. Die Anordnung des Elektromotorskann bei solchen Betrieben an beliebiger Stelle im Arbeitsraum oder außerhalbdesselben stattfinden. Dieselbe macht ein besonderes Fundament für den Motorentbehrlich und ist besonders wertvoll, wenn der Platz in der Werkstätte be-schränkt ist. Die Installierung eines Motors kann bei dieser Anordnung ineiner bereits betriebenen Werkstatt ohne Verstellung der Arbeitsmaschinen vor-genommen werden.
Bei Gruppenantrieb ist der Wirkungsgrad naturgemäß am günstigsten,- wenn die ganze Gruppe von Arbeitsmaschinen oder derjenige Bruchteil derselben,für welchen der antreibende Motor bemessen ist, im Gange ist, sodaß Motorund Transmission voll ausgenutzt werden. Die einzelnen Arbeitsmaschinenwerden auch thunlichst derartig zusammengestellt, daß diese Bedingung erfülltist; wie schwierig es jedoch ist, beim Bau der Fabrik bereits so zu disponieren,daß die getroffenen Anordnungen im späteren Betriebe auch den wirklichen An-forderungen der Produktion entsprechen, daß die Arbeitsmaschinen sich der ge-gebenen Welle anpassen, weiß jeder, der mit solchen Arbeiten bereits zu thunhatte. Er weiß auch, daß die genannten Bedingungen vielfach mit anderen
Anforderungen, die eine zweckmäßige undbillige Fabrikation an die Organisation derWerkstätten stellt, direkt im Widerspruchstehen. Diese Widersprüche spitzen sichnoch mehr zu, wenn es sich darum handelt,im Laufe der Zeit Änderungen in derFabrikation vorzunehmen. Um allen An-forderungen gerecht zu werden, müssen nachbeiden Richtungen Zugeständnisse gemachtwerden; das Ergebnis ist eine wenigervorteilhafte Werkstättenorganisation, d. h.eine schlechtere Ausnutzung der Werkstätten und auch ein geringerer Wirkungs-grad des Gruppenantriebes.
In vielen Fällen der Praxis bot der Gruppenantrieb ein Mittel für denÜbergang vom Transmissionsantrieb zum elektrischen Antrieb, und auch schonbei der ersten Einrichtung ergab sich als sehr willkommener Ausweg die Mög-lichkeit des Antriebes der einen oder anderen Werkzeugmaschine durch einen be-sonderen Motor. Die Zahl der „Einzelantriebe" wuchs mit der Zahl der neu-beschaffenen Bänke, und bei der einen oder anderen Umänderung half man sichgelegentlich wieder und immer wieder durch den Antrieb mit einzelnen Motoren.Die Aufstellung des Elektromotors kann infolge seiner Beschaffenheit und
Fig. 1WS,
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