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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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gefunden. Der Kreislauf des Stromes ist hierbei folgender. Von der positivenBürste der Primärmaschine wird der Strom durch Kabel in die über den Ge-leisen geführte Arbeitsleitung geführt, von welcher er durch den an ihr federndenKontaktarm, der auf dem Dache des Wagens befestigt ist, durch den Wagen zudem unter diesem zwischen den Rädern angeordneten Elektromotor geht, vondem wir eine Abbildung im offenen Zustande (Fig. 1271), beifügen. Von demElektromotor geht der Strom auf die Räder über und von diesen in die Schienen,durch die er wieder zur Zentrale an die negative Bürste der Primärmaschinezurückkehrt.

Bei Kreuzungen der Leitung und Ueberfahren eines fremden Schienenwegeswird natürlich der Strom momentan unterbrochen, doch ist der in voller Fahrt

Fig. IS7S.

befindliche Wagen infolge des Beharrungsvermögens in der Lage, diese kurzeUebergänge ohne Strom zu überfahren. Der Antrieb des Wagens durch denElektromotor geschieht derart, daß der Anker des zwischen jedem Räderpaarebefindlichen Elektromotors durch den zugeführten Strom in Drehung versetztwird, die durch die Achse, auf der der Anker sitzt, den Rädern übertragen wird.Die Uebertragung erfolgt durch Zwischenschaltung eines Zahnradgetriebes. DieStromleitung kann auf zwei Arten ausgeführt werden. Die eine besteht darin,daß in Entfernungen von je 150 bis 180 m starke Mäste aus Holz oder Eisen-rohr aufgestellt werden, die mit leichten Armen versehen sind, an denen dieLeitungen hängen. Die andere Art besteht darin, daß in Entfernungen von je40 m zwischen je zwei sich gegenüberliegenden Häusern in einer Höhe von ca.6 m Drähte ausgespannt werden, an die in der Schienenrichtung der Leitungs-draht befestigt wird. Die erstere Methode eignet sich mehr für breitere Straßen,die letztere für schmale. Wo irgend angängig, kommt jedoch die letztere in Anwendung.