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Man kann mittels des elektrischen Betriebes nicht nur einen mit Elektro-motoren ausgerüsteten Wagen, den sogenannten Motorwagen, in Bewegungbringen, sondern diesem noch einen oder auch mehrere anhängen. Hieraus ent-standen die elektrischen Kleinbahnen, und später die elektrischen Vollbahnen fürkürzere Strecken. Für letztere kommt aus technischen und wirtschaftlichen Gründender Motorwagen in Fortfall und wird durch eine elektrische Lokomotive (Fig. 1272von der A. E. G) ersetzt. Eine weitere großartige Entwicklung nahmen die
DBA
ZMW
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Fig. 1273.
elektrischen Bahnen in den schon erwähnten Schnell- und Fernbahnen, derenWagen sich in ihrem Äußeren fast nichts von den modernsten Eisenbahnwagenunterscheiden, wie Fig. 1273 an einem Motorwagen der Allgem. Elektrizi-täts - Gesellschaft erkennen läßt. Rauch und Ruß, und alle mit dem Dampf-betriebe verbundenen Übelstände fallen mit der Einführung dieses neuen Ver-kehrsmittels fort und diese Annehmlichkeiten werden durch eine Reihe wirtschaft-licher Vorteile ergänzt.
Die dritte Art des elektrischen Bahnbetriebes ist die mittels AkkumulatorenFindet das unterirdische System wenig Aufnahme, so hat das Akkumulatoren-system insofern noch ungünstiger debütiert, als es in verschiedenen Orten, woes in Betrieb war, teilweise auf behördliche Anordnung (Hannover ) durch denOberleitungsbetrieb ersetzt werden mußte, oder der Betrieb war so verlustbringend(Hagen i. W.), daß sich die Aktionäre nur durch Einführung des Oberleitungs-systems vor gänzlichem Verlust des Kapitals retten konnten. Daß die Akkumu-latorenbahn, die die elektrische Energie in den unter den Wagen angebrachtenAkkumulatoren mit sich führt, manche Vorteile in technischer Beziehung besitzt,ist unbestreitbar, wer aber den intensiven Säuregeruch in den Wagen, z. B. inBerlin-Charlottenburg , Hagen i. W., zum ersten Male empfindet, der muß sichwundern, daß ein solches Verkehrsmittel überhaupt vom Publikum angenommen
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Prakt. Maschinenbauer.