890
wird. Jedenfalls steht es fest, daß der Akkumulator in seiner heutigen bekanntenAusführung für geschlossene Wagen niemals dauernd auf einer Bahn Eingangfinden wird; für offene, sogenannte Sommerwagen, ist es unter Nichtbeachtungder wirtschaftlichen Nachteile dieses Systems möglich, ganz abgesehen von demgroßen Gewicht, das der Akkumulatorenwagen mit der Batterie stets mit sichschleppen muß.
6. Elektrisches Schweißen un- Löten.
Für den Maschinentechniker ist die Kenntnis des elektrischen Schweißensund Lötens von einiger Wichtigkeit, da bereits in verschiedenen Fabriken hiermitgearbeitet wird. Bei den Versuchen, die Elektrizität für Beleuchtungszwecke zuverwenden, wurde man bald auf die große Wärmeentwicklung aufmerksam, diesowohl bei dem Durchgang des elektrischen Stromes durch die Drähte, als auchbesonders an den Polenden auftritt. Thomson benutzte diesen Vorgang für dievielen von ihm konstruierten Apparate, bei denen die zu bearbeitenden Eisen-stücke ganz oder an bestimmten Stellen durch den elektrischen Strom bis zurSchweißhitze erwärmt und dann durch Druck oder Schlag miteinander vereinigtwerden. Die elektrische Schweißung können wir uns deshalb folgendermaßenvorstellen: In den Stromkreis werden die zu vereinigenden Arbeitsstücke eingeschaltetund ihre beiden Schweißenden dicht zusammengebracht. Sobald der elektrischeStrom hindurchgesandt wird, werden die Objekte an ihren Berührungsstellenerhitzt, da dort der stärkste Widerstand herrscht. Ist die genügende Hitze vor-handen, so werden die Schweißstellen aneinander gepreßt und ein Druck, dessenStärke dem Arbeitsstücke entspricht, auf das Eisen ausgeübt. Die auf Schweiß-temperatur erhitzten Stellen werden dem Drucke nachgeben, und die innige Ver-einigung findet auf diese Weise statt.
Diese Methoden der elektrischen Schweißung sind also eigentlich nur einZusammendrücken oder auch Zusammenstauchen. Der Schwerpunkt des elektrischenVerfahrens und der bedeutendste Vorzug vor dem gewöhnlichen Schweißen be-steht darin, daß man die Temperatur ganz beliebig erhöhen oder erniedrigen undauf jeder Höhe konstant erhalten kann, so lange es erforderlich ist. Durch daselektrische Verfahren ist es nicht nur möglich, auf die oben beschriebene ArtEisen auf Eisen zu schweißen, sondern alle anderen Metalle können ebenso ein-zeln oder mit anderen, wie z. B. Eisen mit Kupfer, Messing auf Eisen, Kupferauf Messing u. s. w. verbunden werden-
Obgleich sich für die elektrische Schweißung der hydraulische Druck sehr be-währt hat, ist man doch auch häufig beim Hämmern der Schweißstellen gebliebenund zwar ebenso bei Flach- wie bei End-an-End-Schweißungen Das Hämmernoder Pressen kann gleichzeitig mit dem Fortgang der Schweißung stattfindenoder sofort nach deren Beendigung, solange noch das Metall genügend heiß ist.Auch bei der elektrischen Erhitzung zeigt wiederum das Eisen die beste Eigen-schaft, die Schweißtemperatur am längsten und am gleichmäßigsten zu erhalten.